Kandel
Corona: Nicht jede Station darf Menschen aus dem Elsass testen
Corinna Zimmermann wohnt in Niederlauterbach, kurz hinter der Grenze in Frankreich. Auf ihrem Weg zur Arbeit – sie ist bei der Buchbinderei Hruschka in Kandel beschäftigt – wollte sie sich testen lassen, wurde an der Teststation abgewiesen. Als Grund genannt wurde ihr Wohnsitz außerhalb von Deutschland, sagt ihr Arbeitgeber Hans Hruschka zur RHEINPFALZ.
Am „RAS-Testzentrum“, das mit einem Container auf dem Parkplatz des Edeka-Burger Marktes in der Lauterburger Straße aufgebaut ist, wird damit geworben, dass man „Kostenlos und ohne Termin“ einen Antigen-Schnelltest durchführen könne. Die beiden jungen Damen, die hier ihren Dienst tun, sind auch sehr freundlich und zuvorkommend. Auf unsere Frage, ob das stimmen könne, sagen sie „Ja“. Sie hätten die Anweisung, nur Menschen mit Wohnsitz in Deutschland zu testen.
Erinnerung an „Grenzschließungen“ wird wach
Das aber habe mit Ausländerfeindlichkeit nun überhaupt nichts zu tun, versichern sie. Dennoch: Erinnerungen an „Grenzschließungen“ während der ersten Corona-Welle und an verbale Entgleisungen gegenüber den jeweiligen Nachbarn werden wach. So etwas käme ihnen überhaupt nicht in den Sinn, stellen die jungen Damen klar.
Warum dem so ist wollen wir jetzt von der Firma RAS wissen, die in Landau und Offenbach beheimatet ist und die eigentlich verschiedene Dienstleistungen ganz anderer Art anbietet. RAS ist auch im Baumaschinen-Gewerbe aktiv, wie ein Blick auf die Homepage der Firma erkennen lässt. RAS betreibt aber auch Testzentren, in Landau etwa vor dem Media-Markt, beim Baumarkt Gillet und auch in Kandel vor dem Edeka-Markt. Hier können sich aber nur Menschen aus Deutschland kostenlos und ohne Termin testen lassen.
Zu kommunale Testzentren gehen
Wer seinen Wohnsitz nicht in Deutschland hat, der müsse zu einem kommunalen Testzentrum gehen. Für den Fall nämlich, dass ein Test ein positives Ergebnis bringe, dürfe RAS keine Meldungen an das ausländische Gesundheitsamt vornehmen, so der RAS-Büroleiters auf unsere Anfrage hin. Er bezog sich dabei auf Vorschriften des Landes für das RAS-Testzentrum. Die Frau aus dem Elsass wandte sich deshalb auch an ihren Arbeitgeber in Kandel, der dann unverzüglich einen Termin mit dem Testzentrum der Verbandsgemeinde Kandel vereinbarte, wo sie auch bald getestet werden konnte.