Kandel
Corona-Ausbruch: „Impfungen haben Todesfälle verhindert“
Die Klinik in Kandel hatte am 14. Dezember mitgeteilt, dass sowohl unter dem Personal, als auch bei Patienten Infektionen festgestellt worden seien. In der Folge wurden alle Mitarbeiter und Patienten erneut getestet. Außerdem wurden keine Notfälle mehr aufgenommen.
Insgesamt waren 19 Patienten und drei Mitarbeitende auf der Station mit dem Coronavirus infiziert, sagt Michael Königs. Eine Patientin war ungeimpft, alle anderen hatten mindestens zwei Impfungen hinter sich. Sie hatten entweder einen milden Verlauf oder wiesen überhaupt keine Symptome einer Infektion auf.
Da die betroffenen Patienten zwischen 70 und 98 Jahren alt waren, wäre das vor einem Jahr noch ganz anders ausgegangen: „Vor der Impfung wäre ein Viertel bis die Hälfte davon gestorben oder auf der Intensivstation gelandet“, sagt Königs. „Dank der Impfung gab es insgesamt einen sehr positiven Ausgang.“ Der einzige Todesfall in diesem Zusammenhang hatte besondere Umstände: Der 98-Jährige hatte einen Oberschenkelbruch erlitten und war krebskrank. Eine intensivmedizinische Behandlung hatte er in seiner Patientenverfügung abgelehnt.
Positiv trotz negativen PCR-Tests
Alle Patienten werden vor der Aufnahme in der Klinik getestet, erläutert Königs. Auf der Geriatrie gelten besonders strenge Regeln, da schließlich alle Patienten der sogenannten vulnerablen Gruppe der Älteren angehören. Doch auch bei einem negativen PCR-Test kann man schon infiziert sein, „das ist eine kleine diagnostische Lücke“.
Natürlich hatte der positive Befund auch andere Folgen, wie der Sohn einer Patientin der RHEINPFALZ schildert: Seine 93-jährige Mutter wurde seit dem 26. November nach einem leichten Schlaganfall auf der Station behandelt und sollte nach der ursprünglichen Planung am 13. Dezember entlassen werden. Alles sei schon fertig organisiert gewesen, in Kooperation mit den sozialen Diensten wurde der Umzug in ein Seniorenheim geplant. „Dann kam die Nachricht und wir mussten das alles stoppen.“
Immerhin habe seine Mutter nach der Infektion mit dem Coronavirus „keine großen Symptome “ gezeigt, sagt der Sohn. Er hofft, dass sie nach einem erneuten Test nun rechtzeitig zum Weihnachtsfest entlassen werden kann.