Kreis Germersheim Container warten auf Bewohner
Mit einem Tag der offenen Tür hat gestern Nachmittag die Stadtverwaltung Wörth über die aktuelle Situation der Wohncontainer für Flüchtlinge im Klammengrund informiert. Neben Vertretern von Kommunalpolitik und Polizei waren auch viele Anwohner gekommen, um sich die Container einmal von innen anzusehen. Dabei wurden zwar viele kritische Fragen gestellt, die Atmosphäre blieb aber durchgehend friedlich.
In zwei Reihen stehen sie da, ein grüner und blauer Riegel aus Containern. Insgesamt 48 Menschen könnten darin Platz finden. Jeweils zwei Schlafräume mit zwei Betten teilen sich eine Küche und ein Bad. Allein, die Bewohner fehlen noch. Das erläuterte die Beigeordnete Ursula Radwan (Grüne) den etwa 60 Besuchern des Tags der offenen Tür. Kritik gab es am Standort, zum Beispiel von Heinz Pfirrmann. Er kennt das Gebiet am Altwasser gut, da er in der Nähe wohnt und sein Verein vor vielen Jahren dort Tennisplätze bauen wollte. Damals hieß es, der Untergrund wäre wegen Müllablagerungen nicht geeignet. Dazu die Lage abseits der Stadt, direkt am Gewässer, das im Sommer riecht und mit Ratten und Nutria besiedelt ist - „das ist nicht menschenwürdig“, kritisierte er. Radwan und Stadtratsmitglied Weber versuchten noch einmal zu erläutern, warum die Entscheidung für diesen Standort gefallen war. Schlagkräftiges Argument sei gewesen, als wöchentlich neue Asylsuchende kamen und dringend untergebracht werden mussten, dass baurechtlich hier am schnellsten eine Unterkunft geschaffen werden konnte. Der Beigeordneten kommt auch die undankbare Aufgabe zu, wieder und wieder zu erklären, warum die 1 Million-Euro-Container erst einmal leerstehen: Derzeit kommen deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland, als Ende 2015 erwartet. „Wir wissen im Moment nicht, wie sich die Zahlen entwickeln“, sagte Radwan. Christoph Gröger, zuständig für städtische Gebäude, erläuterte, dass alle Baupläne der Stadt auf Eis liegen. Kurzfristige Mietverträge würden man zum Beispiel auslaufen lassen. Ein Sicherheitsdienst kümmere sich um die Container, sagte Ordnungsamtsleiter Peter Haubold, auch die Polizei fahre regelmäßig Streife. Die Kriminalitätslage in seinem Zuständigkeitsbereich sei „absolut unauffällig“ betonte Thomas Lederer, Leiter der Polizeiinspektion Wörth. Dies wollte ein Anwohner kaum glauben, da es auf der anderen Rheinseite, in Karlsruhe, doch Probleme gebe. Das dürfe man nicht vermischen - dort gebe es schließlich auch eine große Erstaufnahmestelle, sagte Lederer. Dann ging es an die Besichtigung der Container, von denen vier offenstanden. Die am häufigsten gestellte Frage, die Haubold geduldig immer wieder mit „Nein“ beantwortete: Es kommen doch nicht nur Männer? Dunkler Fußboden, ein Etagenbett, ein Spind als Schrank. Dazu eine kleine Küche mit Dunstabzug, ein kleines Bad mit WC, Dusche und Waschbecken. „Es sieht doch gut aus“, sind die Anwohner durchaus begeistert. „Das ist schön hell.“ Jede Containerreihe hat einen Raum mit Waschmaschinen, breite Treppen stellen sicher, dass die Räume im ersten Stock im Notfall schnell verlassen werden könnten. Und damit niemand ins Wasser fallen kann, wird die Fläche noch mit einem Zaun abgesichert, sagte Haubold zu. (tnc)