Kreis Germersheim Container sollen nicht gestapelt werden
Erst bestellte die Stadt Wörth Wohncontainer für Flüchtlinge, jetzt sind sie übrig. Zu kurz gegriffen für eine schwierige Situation. Denn keiner weiß wie es nach dem Abkommen mit der Türkei und dem Sperren der Balkanroute weitergeht. So stand der Ortsbeirat in seiner Sitzung am Montag vor einem Dilemma. Sollen die Container mit insgesamt sechs Wohneinheiten mit Platz für 24 Personen für gutes Geld am Standort „Rottwald“ überhaupt aufgestellt werden?
Zur Diskussion stand allerdings nur, ob die Container ein- oder zweistöckig aufgebaut werden sollten. Dazu sollte eine Empfehlung abgegeben werden. Eigentlich habe sich der Ortsbeirat schon für einstöckig entschieden, frischte Ludger Witte (SPD) die zwei Hauptargumente auf: Erstens sei mit der zweistöckigen Variante eine Nachnutzung schwierig und zweitens solle die Fassade des Wohncontainers ansprechend gestaltet werden. „Zweigeschossig sieht hässlich aus“, pflichtete ihm Werner Riess (CDU) bei. Susanne Kupper, stellvertretende Abteilungsleiterin des städtischen Facility-Managements, hatte die beiden Varianten noch einmal abgewogen und illustriert. Sie legte für die Stadt Wörth den Finger auf 100.000 Euro Mehrkosten für den einstöckigen Bau. Vor allem Erschließungsarbeiten und ein Dach seien erforderlich. Dagegen hielt Ortsbeirat Andreas Braunagel, dass eine spätere Nachnutzung durch Vereine die Ausgaben rechtfertigen würde. Jürgen Voigt (CDU) zweifelte trotzdem, wie den Bürgern diese Mehrausgaben zu erklären seien, wenn jetzt noch gar nicht feststehe, wofür die Container einmal genutzt würden. „Wir wollten die Asylsuchenden nur dezentral unterbringen“, erinnerte Werner Riess (CDU) an einen weiteren Aspekt. „Wenn wieder Flüchtlinge kommen, müssten wir vielleicht Turnhallen räumen“, erklärte die Beigeordnete der Stadt Ursula Radwan (Grüne) das Dilemma noch einmal, vor dem die Verantwortlichen stehen. Noch ganz andere Befürchtungen hatte CDU-Ortsbeirat Jürgen Voigt. Wenn die Container einmal stünden, könnte die Stadt dort auch Obdachlose unterbringen. Eine Garantie, das dergleichen nicht geschieht, konnten die ihm die beiden Vertreterinnen aus dem Rathaus nicht geben. Sie erläuterten jedoch die verwaltungstechnischen Unterschiede von Obdachlosigkeit und wiesen Klischeevorstellungen über obdachlose Menschen zurück. Am Ende empfahl der Ortsbeirat einstimmig die einstöckige Variante. Die Container sollen in einem zur Straße offenen Karree aufgestellt werden, um dunkle Ecken zu vermeiden. (mldh)