Wörth
Chorsänger trifft seit über 70 Jahren den richtigen Ton
Im Januar 1951, als er gerade 15 Jahre alt geworden ist, vollzog er zusammen mit ein paar Freunden diesen Schritt und sang ab sofort auch im MGV Concordia Wörth. „Schließlich durfte man dadurch abends auch schon ausgehen“, blickt der jetzt 86-jährige Altwörther zurück.
Jetzt wurde er vom Vorsitzenden des Gesangvereins, Jürgen Herbst mit der Urkunde des Deutschen Chorverbandes für 70 Jahre aktives Singen im Chor ausgezeichnet. Zudem war er jahrelang im Ausschuss des Vereins tätig und bei allen Festen ein aktiver Helfer.
Pfirrmann singt am liebsten im ersten Tenor, aber je nach Besetzung des Chors auch im zweiten Tenor. Dabei hat er sechs Dirigenten erleben können – angefangen von Karl Lutz („de Lutze Babbe“) über Chordirektor Willy Börckel (über 40 Jahre) bis zu Peter Bollheimer.
Lieblingslieder
Sein Lieblingslied ist heute noch „Ich bete an die Macht der Liebe“. Bei Trauerfeiern hört und singt er gerne „Die Rose“ („Liebe ist..,). „Mit englischen Liedern, die wir auch singen, habe ich eigentlich keine Probleme. Aber Lieder in lateinischer Sprache sind mir lieber. Die sind leichter zu lernen“, verrät er. Zuhause singt er auch mal – aber nicht unbedingt unter der Dusche oder im Bad.
Seine zweite „Leidenschaft“ ist der Fußball. Er hat schon in der Jugend beim FC Bavaria Wörth gespielt und war bis 1960 beim Aufstieg in die zweite Amateurliga dabei. „Da wurde auch viel gesungen, und einige Fußballer waren im Gesangverein aktiv.“
Pfirrmann bedauert, dass die Singstunden derzeit wieder coronabedingt nicht mehr stattfinden können, hat dafür aber vollstes Verständnis.„Natürlich vermisse ich die Singstunden und das gemütliche Zusammensitzen danach. Aber die Gesundheit geht vor, und wir müssen abwarten, wie es mit der Pandemie weitergeht.“
Ehrenzeichen
Dass er so gut wie nie in den Singstunden gefehlt hat, beweisen seine vielen Weingläser, die er immer aufbewahrt. „Ich war immer stolz, wenn ich jedes Jahr beim Ball oder später bei den Weihnachtsfeiern wieder ein neues Glas überreicht bekam.“
In seine Fußstapfen ist sein Sohn Werner getreten, der früher auch beim FC Bavaria Fußball spielte und seit etlichen Jahre aktiv beim Concordia im zweiten Tenor singt und dessen Schriftführer ist.
„Am Fußballverein hänge ich immer noch, und ab und zu bin ich auch draußen bei den Heimspielen“, sagt Karl-Heinz Pfirrmann, der – bis Corona kam – auch viel beim Handball zuschaute und auch seine Enkelin Lara, die mit den Frauen jetzt in der Oberliga spielt, bestaunte. Gerne hält er sich „bei de Vögler“ auf, womit die Wörther gleich wissen, dass dies das Vereinsheim des Vogelzucht- und Waldvogelliebhabervereins am Ende der Friedrichstraße ist. „Hier wird in geselliger Runde viel über alle aktuellen Themen in der Politik und im Sport diskutiert und auch gesungen“, stellt er mit Freude fest.