Kreis Germersheim
Bundespolizei: Von der Bruchbude in den Neubau
Was lange währt, wurde im Juni endlich gut. Die Bundespolizei konnte ihr neues Gebäude in Kandel in Betrieb nehmen und nach und nach umziehen. Zuvor hatte es über Jahre Diskussionen gegeben - über das marode Gebäude an der Grenze, über eine engere Kooperation mit den Franzosen und ganz grundsätzlich über die Zukunft des Standorts.
Rückblick: Im Jahr 2015 hatten die deutschen Bundespolizisten Sorge, dass ihr Revier geschlossen wird. Denn das Gebäude an der deutsch-französischen Grenze an der sogenannten Zollplattform war in die Jahre gekommen und entsprach nicht mehr den aktuellen Standards. Als eine Konsequenz wurden die Waffenschränke und ein Teil des Personals vorübergehend in die 25 Kilometer entfernte Bundespolizeiabteilung nach Bad Bergzabern umgesiedelt. Dies schlug sich auch in den Personalzahlen nieder: Berichte über veraltete Sanitäranlagen oder das undichte Dach schreckten Auszubildende eher ab, sagte die Gewerkschaft.
Fläche wurde länger gesucht
Immerhin erhielt der Standort Bienwald im Jahr 2017 vom Bundesinnenministerium eine Bestandsgarantie. Ein neuer Ort war damit aber noch lange nicht gefunden. Mal wurde über das ehemalige Gebäude der Pfalzwerke in Kandel gesprochen, mal hieß es, dass vielleicht im Bereich des Röther-Marktes in Rohrbach gebaut werden könnte. Kurzzeitig gab es sogar Pläne für einen deutsch-französischen Polizeistandort unter einem Dach, die sich aber 2019 wieder zerschlugen.
Seit September 2023 errichtete ein privater Investor im Kandeler Gewerbegebiet „Lauterburger Straße“ einen Neubau. Die Bundespolizei mietet dieses im Rahmen des Einheitlichen Liegenschaftsmanagements über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Allerdings dauerte es bis zum Einzug etwas länger als geplant: Im September 2023 war noch von 1. September 2024 die Rede. Im Oktober 2024 wurde schließlich ein Termin im Dezember 2024 genannt.
Mit Gewahrsamszelle und Küche
Im Juni 2025 war es nun also so weit. Der moderne Neubau ist zweistöckig und 856 Quadratmeter groß. Er steht auf einer Grundstücksfläche von 1800 Quadratmetern und ist ausgestattet mit fünf Garagen, elf Stellplätzen und einem Carport. Das sind die Räumlichkeiten: Im Erdgeschoss gibt es einen Besucherwarteraum im Eingangsbereich, Gewahrsamszellen, den Raum des diensthabenden Gruppenleiters, Räumlichkeiten zur Sachbearbeitung, ein Raum für die erkennungsdienstliche Behandlung, eine Küche sowie Umkleideräume und einen Sanitärbereich, teilte eine Sprecherin der Bundespolizei mit. Im ersten Stock sind ebenfalls Büroräumlichkeiten, ein Besprechungsraum, eine Küche, Umkleidemöglichkeiten und ebenfalls ein Sanitärbereich. Das Gebäude ist barrierefrei und verfügt über einen Aufzug.
Termin
Das neue Bundespolizeirevier in Kandel öffnet im September seine Türen für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Am Samstag, 13. September, kann die neue Bleibe der Bundespolizei Am Dörniggraben 8 in der Zeit von 14 bis 16 Uhr besichtigt werden. Es gebe die Möglichkeit, die Räumlichkeiten der Dienststelle, Fahrzeuge sowie Führungs- und Einsatzmittel anzuschauen, teilt die übergeordnete Bundespolizeiinspektion Kaiserslautern mit.