Kreis Germersheim Brennholz muss Umweg machen

Wörth. Ein unnötigen Umweg, angeblich der Umwelt zuliebe? – Günter Tröscher aus Wörth hält das für falsch. Es geht um die Bäume hinter seinem Grundstück. Sie stehen im Staatswald. Einige von ihnen sollen gefällt werden – „offensichtlich aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht“, so Tröscher. Damit hat er kein Problem. Im Gegenteil: Tröscher möchte die Bäume kaufen, um aus ihnen Brennholz zu machen. Das wäre für ihn praktisch, weil keine weiten Wege anfallen.
Das geht aber nicht, lautete der Bescheid des Revierleiters, so Tröscher: Der gesamte Holzeinschlag wurde an eine Firma vergeben, die alles abholze und zu einer zentralen Sammelstelle bringe. Dort werde es dann die entasteten Stämme als „Polterholz“ verkauft. Hintergrund ist die FSC-Zertifizierung, die die Einhaltung ökologischer Standards verlangt. Für Tröscher aber ist es nicht nachvollziehbar und erklärungsbedürftig, was das mit einer nachhaltigen Waldwirtschaft zu tun hat. Denn das würde bedeuten, dass die Bäume hinter seinem Grundstück durch den Wald zur Buchstraße oder sonst irgend wohin geschleift werden. Dort könne er sie dann kaufen und müsse sie wieder zurück transportieren. Von „einem mit Steuergeldern bezahlten Staatsbeamten“ hätte er eine andere Entscheidung erwartet, ärgert sich Tröscher. Aber möglicherweise hat der Revierleiter nur das gemacht, was er als Beamter tun muss: Sich an die Vorschriften gehalten. Das Forstamt Bienwald nämlich verweist auf die neuen Regeln zur Brennholzabgabe, die seit Herbst 2014 gelten. Danach wird Brennholz nur noch am Waldweg abgegeben. Für die FSC-Zertifizierung darf Holz nämlich nur noch ab einem Durchmesser von 7 Zentimetern aus dem Wald entfernt werden. Alle dünneren Äste müssen im Wald bleiben und dort verrotten. Um das zu gewährleisten, werden die Stämme entastet und auch die Baumkronen vor dem Verkauf am Wegrand entsprechend ausgeputzt. Zudem verbieten die FSC-Kriterien, dass der Wald flächig befahren wird. Diese Regeln, so Forstamtssprecher Johannes Becker, gelten für den gesamten Staatswald und ergaben sich aus dem FSC-Audit im Sommer 2014.