Kreis Germersheim Bremsen, Licht und Reifen

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Als Marvin (15) gestern Morgen das Haus verließ, um mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, ahnte er noch nichts vom baldigen Zusammenstoß mit der Polizei. Im Halbdunkel des neuen Tages wartete bereits ein kleiner Polizeitrupp an der IGS Rheinzabern auf die ersten Rad fahrenden Schüler. Als Marvin Richtung Fahrradstellplatz wollte, wurde er von einem Beamten in Uniform herbeigewinkt.

Der Grund: Die Polizei Wörth überprüft in dieser Woche viele Fahrräder auf ihre Sicherheit und ordnungsgemäße Ausstattung. Wegen der gestiegenen Zahl von verunglückten Radlern sieht sich die Polizei in der Pflicht, auf die Gefahren aufmerksam zu machen. „Präventionsarbeit ist eine ureigene Tätigkeit der Polizei“, sagt Oberkommissar Oliver Link und unterstreicht gleichsam die hehre Absicht des Unterfangens. Es solle nicht gemaßregelt, sondern auf Gefahren hingewiesen werden. „Bei Schülern haben solche Aktionen vor allem Aufklärungscharakter. Genaugenommen sind Minderjährige gar nicht für den Zustand ihrer Räder verantwortlich.“ Das nämlich seien in erster Linie die Erziehungsberechtigten, denen durch gesetzliche Bestimmungen eine ständige Aufsichtspflicht auferlegt ist. Dafür zu sorgen, dass das eigene Kind sicher am Straßenverkehr teilnimmt, fällt auch unter diese Pflicht. Gestern Morgen hatten knapp 35 Prozent der kontrollierten Schüler, die in der Zeit von 7.15 und 8 Uhr zur IGS fuhren, unzureichend ausgerüstete Räder. Diesen Kindern und Jugendlichen wurde je ein Mängelbericht mit nach Hause gegeben. Darin werden die Eltern über den Zustand des Rades und ihre Pflicht, dieses Rad wieder verkehrstauglich zu machen, unterrichtet. Link erklärt weiter, dass dieser Brief nicht nur als Infoblatt zu verstehen sei. Der Brief soll von den Eltern an die Polizei zurück geschickt werden. So kann geprüft werden, ob die elterliche Verantwortung auch wahrgenommen werde. Im Zweifelsfall werden Nachkontrollen durchgeführt. Des Weiteren bekamen die Schüler Infomaterial mit auf den Weg. Das Ziel der Schwerpunktwoche Fahrradsicherheit ist klar. Die Tage werden kürzer. Darum muss immer früher das Licht am Rad eingeschaltet werden. Als Faustregel gilt: eine funktionierende Bremse, ausreichend Beleuchtung und eine gute Bereifung sollten sein, um ein Mindestmaß an Sicherheit zu gewährleisten. Sehen und gesehen werden, lautet die Devise. Schnell wird vergessen, wie gefährlich ein Unfall mit dem Fahrrad sein kann. Radfahrer haben keine Knautschzone. In Deutschland herrscht bisher keine Helmpflicht. „Das Tragen eines Helmes ist aber durchaus ratsam“, betont Link, auch gegenüber den Schülern. Marvins Rad ist letztlich bei der Inspektion durchgefallen. Aber er findet es gut, dass es solche Maßnahmen von der Polizei gibt. „Es erinnert einen an die Gefahren und gibt vielleicht den Anstoß, das eigene Rad wieder verkehrstauglich zu machen.“ Ähnlicher Meinung ist Denise. Sie ist ebenfalls 15 Jahre alt und kommt aus Rheinzabern. Für sie sei diese Aktion eine gute, sie wolle ihr Rad bald wieder auf Vordermann bringen.

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