Ausblick 2022
Brücken über Erlenbach soll erneuert werden
Peter Beutel wird dann 75 Jahre alt sein und möchte sich schon aus Altersgründen aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Beutel ist auch Mitglied im Rat der Verbandsgemeinde Kandel und war vor seiner Wahl zum Ortsbürgermeister Mitglied im Ortsgemeinderat Winden. Darüber, wer seine Nachfolge antritt, möchte er nicht spekulieren. Vielmehr will er sich aus dieser Frage ganz heraushalten. Das sei Sache der Bürger von Winden, meint Beutel, der bis zum Wahltermin im Jahre 2024 allerdings noch eine volle Agenda vorzuweisen hat. Er hoffe nur, dass die seiner Meinung nach mittlerweile doch schon überbordende Bürokratie nicht alles verschleppt und verzögert. Denn manches ist doch ganz dringend, und es kribbele ihm geradezu in den Fingern, wenn er so manche bürokratische Hürde, die sich vor seinen Projekten aufbaut, erst überwinden muss.
Da wäre zum einen die Erschließung des Neubaugebietes Kirschgarten, für das man den Bebauungsplan bereits fertig in der Schublade liegen habe. Die 53 Bauplätze werden nach einem einstimmig beschlossenen Kriterienkatalog vergeben, 149 Bewerber wollten dort bauen. Jetzt benötige man noch ein wasserrechtliches Gutachten, so Beutel, und die Erschließung müsse europaweit ausgeschrieben werden. Dies koste allein 16.000 Euro mehr, weil die kommunale Vergabestelle noch nicht vorbereitet sei. Wenn alles gut gehe, und hier äußert sich Beutel sehr vorsichtig, dann könnten vielleicht Mitte 2023 die ersten Häuslebauer anfangen. Allerdings sei dies eine optimistische Prognose, man wisse ja schließlich nicht, wie es mit der Pandemie weitergehe.
Neubau von Kindergarten
Starten möchte Beutel schon bald mit dem Projekt Kindergartenneubau. Eine moderne Kita mit Räumen für vier Gruppen soll auf dem bisherigen „Schlicher-Gelände“ entstehen. Dieses habe die Ortsgemeinde erwerben können, weil es für diesen Zweck frei gegeben wurde. Allerdings müsse die Gemeinde den Löwenanteil an den auf rund vier Millionen Euro geschätzten Baukosten selbst schultern. Das Land gibt nur 330.000 Euro dazu. Weil die Ortsgemeinde Baugebiete erschließt, müsse man auch mit einer steigenden Kinderzahl rechnen, so Beutel. Deshalb plane man mit einer vierten Gruppe in der Zukunft.
Seit 2018 läuft das Vorhaben, auf einer Freifläche am Ortsausgang in Richtung Minfeld eine Photovoltaik-Anlage zu errichten. Dabei müsse man immer wieder Rückschläge hinnehmen, bedauert Beutel. Die Verhandlungen mit dem Investor aus Ingolstadt, der Firma Anumar, seien so weit fortgeschritten, dass sie nach Genehmigung des Bebauungsplanes den Vertrag mit der Ortsgemeinde Winden unterschreiben könne. Die Gemeinde selbst will sich mit 26 Prozent an der Anlage beteiligen.
Bahnunterführung gesperrt
Zwei Vorhaben werden für einige Zeit den Straßenverkehr behindern. So soll in den Winterferien (21. bis 25. Februar) die Glasfaserleitung an der B427 durch die Eisenbahnunterführung verlegt werden. Die Durchfahrt wird dann für eine Woche nicht möglich sein. Eine Umleitung ausschildern, allerdings für ein gutes halbes Jahr, muss man auch, wenn die Brücke über den Erlenbach (Straße Winden nach Steinweiler) erneuert wird. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat dieses Projekt für die zweite Jahreshälfte 2022 vorgesehen. Derzeit ist die Brücke bereits für den Schwerlastverkehr gesperrt.
Der Windener Ortsbürgermeister freut sich auf die Gestaltung des neuen „Storchenwanderweges“, für den die Gemeinde rund 176.000 Euro an Landeszuschüssen erhält und darauf, dass es mit dem Bau des Park-&-Ride-Platzes auf der Ostseite des Bahnhofes hoffentlich bald losgehen kann. Dieser Parkplatz werde die Situation am Bahnhof doch wesentlich entspannen, hofft Beutel. Obwohl durch die Corona-Pandemie das dörfliche Leben doch stark ausgebremst werde, will man im Sommer wieder ein Kulturprogramm im Bürgerhaushof anbieten. Und voraussichtlich darf der protestantische Kirchenchor am 25. Juni seinen 100. Geburtstag gebührend feiern.