Kreis Germersheim Blutbesudelter Mann öffnet der Polizei die Haustür

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Am Mittwoch ist vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Landau das Verfahren wegen Totschlags gegen den 31-jährigen Afghanen fortgesetzt worden, der laut Anklage am 27. November vergangenen Jahres seine Ehefrau erstochen haben soll (wir berichteten).

Es war eine Mammutsitzung mit der Vernehmung von insgesamt 18 Zeugen. Zwei deutsche Anwohnerinnen waren in der Nacht kurz vor vier Uhr von lauten Schreien wachgeworden. Die eine hatte ein Kind sehr ängstlich schreien gehört, außerdem eine zornige Männerstimme, die „Allah“ schrie. Ein Kind habe sehr schmerzlich geweint. Die andere Nachbarin sagte, sie sei aus dem Schlaf hochgeschreckt, habe dann erst geglaubt, sie habe geträumt, dann aber wieder Schreie gehört. Es klang nach Jugendlichen oder Kindern und sie habe dann die Polizei angerufen wegen ruhestörenden Lärmens. Es seien animalische Schreie gewesen, „nicht normal“. Sie habe von einer helleren Stimme etwas wie „Polizei“ gehört, von einer dunkleren etwas, das sie als „Alemania“ interpretiert habe. Ein 17-jähriger Schüler aus Wörth war ebenfalls in der Nacht wachgeworden und hatte mit dem Handy ein kleines Video der Straßenszene samt Schreien aufgenommen. Er sagte als letzter Zeuge des Tages aus, sein Film von etwa einer Minute Dauer wurde vorgeführt. Zu sehen war nichts bis wenig, aber es war ein verängstigtes Kind und das lautes Schreien einer Frau zu hören. Der Angeklagte selbst, der sich an nichts erinner will, brach beim Hören in lautes Weinen aus. Der 23-jährige Afghane im andern Zimmer auf dem gleichen Stock hatte den Angeklagten am Nachmittag mit Frau und Kind bei der Ankunft gesehen, weil der den Schlüssel vergessen und deshalb bei ihm geklingelt hatte. Den Lärm in der Nacht hatte er gehört, wollte aber nicht klopfen. Mit leiser Verzweiflung in der Stimme nahm die Vorsitzende Richterin zur Kenntnis, dass er die lauten Schreie mitten in der Nacht als Familienstreit interpretiert und nicht geklopft habe aus Angst, er hätte die Frau dann mit verrutschtem Kopftuch zu Gesicht bekommen. Das syrische Paar im Erdgeschoss, das erst um 17 Uhr eingezogen war, war von dem Lärm erwacht. Sie hatten bereits um 21 Uhr Geräusche wahrgenommem, in der Nacht sei es aber ganz schlimm geworden. Sie glaubten, ihr Nachbar wolle sie vielleicht vertreiben. Der Mann habe zweimal geklopft, es sei aber nicht besser geworden. Die Polizisten waren wegen des Lärms erschienen. Als ihnen der Angeklagte, sein Kind an der Hand, blutbesudelt öffnete, schauten sie nach und fanden die Frau im Flur offensichtlich tot in einer Blutlache, nur halb bekleidet. Der Ludwigshafener Kriminalist, der die Leichenschau vornahm, fand das Messer unter ihr und stellte fest, dass der Tod vermutlich in der Nacht oder am frühen Morgen eingetreten war. Der Prozess wird am 13. Juli fortgesetzt. |adö

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