Kreis Germersheim Blechlawine bremst Raser aus

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Immer mehr Verkehr – das kann auch Vorteile haben. Denn die Blechlawine bremst auch die Raser aus. Diesen Effekt kann man an der Entwicklung der Unfallzahlen auf der Bienwald-B-9 ablesen. Die haben 2014 einen Tiefststand erreicht.

Schon seit 2005 gehen auf der Bienwald-B-9 die Unfallzahlen beinahe kontinuierlich zurück. Nur das Jahr 2011 passt nicht in diese Reihe: wegen Bauarbeiten war die Straße längere Zeit gesperrt, die Zahl der Unfälle war deshalb recht niedrig. Oliver Link, Sachbearbeiter „Verkehr“ bei der Polizei Wörth, sieht für diesen Trend drei Ursachen. Einmal das steigende Verkehrsaufkommen. Mittlerweile weisen die Fahrzeugkolonnen, die den Bienwald durchqueren, kaum noch Lücken auf. Weshalb auch kaum noch jemand auf die Idee kommt, überholen zu wollen. Und missglückte Überholmanöver waren in der Vergangenheit immer wieder Ursache schwerer und schwerster Unfälle. Ein zweiter Grund ist die Verbreiterung der Fahrbahn – die Lastwagen rasieren sich nicht mehr so oft gegenseitig die Außenspiegel ab, wenn sie aneinander vorbei fahren. Der dritte Grund sind die anhaltenden Kontrollen der Polizei. „Möglichst jeden zweiten Tag ist dort eine Kontrolle“, sagt Link. In der Region ist dies längst bekannt. Deshalb gehen den Beamten hauptsächlich Auswärtige ins Netz. Insgesamt registrierte die Polizei Wörth im Jahr 2014 2002 Verkehrsunfälle. Ihr Zuständigkeitsgebiet umfasst den Südkreis Germersheim mit den Verbandsgemeinden Hagenbach, Jockgrim und Kandel sowie der Stadt Wörth. Im Vergleich zum Jahr 2013 ist die Unfallzahl nahezu konstant (plus 4). Gegenüber dem Jahr 2012 – damals wurde mit 2137 die meisten Unfälle der letzten zehn Jahre gezählt – hat sich die Entwicklung etwas beruhigt. Gemessen am Ausgangsniveau – rund 1800 Unfälle in den Jahren 2005 bis 2007 und 2009 – erscheint die Unfallzahl aber immer noch hoch. Einen nicht geringen Anteil zu der Unfallzahl tragen die bekannten Unfallhäufungsstellen bei. Die liegen vor allem im Wörther Trog. 83 Mal krachte es dort im vergangenen Jahr. Zum Vergleich: An den drei anderen Unfallschwerpunkten im Südkreis ereigneten sich im Jahr 2014 gerade mal insgesamt 17 Unfälle. Die meisten Unfälle im Wörther Trog verliefen zwar glimpflich (4 Leichtverletzte, 1 Schwerverletzter), aber die Sachschäden summieren sich auf immerhin fast 300.000 Euro. Hinzu kommen die Staus, denn die Unfallfahrzeuge blockieren die Straße. Abhilfe ist dort nicht zu erwarten: Unfallursache ist in der Regel überhöhte Geschwindigkeit, die Landesregierung in Mainz lehnt den Bau von Blitzern grundsätzlich ab.

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