Kreis Germersheim Bis zum Auszug aus dem früheren Gefängnis gewartet
«Kandel». Fünfzig Jahre in einem Betrieb, bei einer Behörde tätig gewesen zu sein, das kommt heute äußerst selten vor. Eine die es geschafft hat, die sogar während 56 Jahren ihren Arbeitgeber nicht gewechselt hat, ist Beate Nuß, in Kandel besser mit ihrem Rufnamen als Marga Nuß bekannt. Mitte Januar hatte sie beim Notariat in der Wasgaustraße ihren letzten Arbeitstag und nach ihrem Urlaub geht sie am 28. Februar in den Ruhestand.
Angestellt wurde das 1944 geborene Fräulein (so wurden damals noch die ledigen Frauen genannt) Beate Haselhorst nach dem Besuch der Karlsruher Handelsschule Merkur am 1. Oktober 1961 beim Notariat in Kandel. Das hatte seinen Platz damals noch im Eckhaus Landauer Straße/Wasgaustraße. Ihr erster Chef war der heute noch bei den Altkandelern geschätzte Justizrat und Notar Dr. Siegel. Bis heute hat die inzwischen schon lange Frau Nuß gerufene Angestellte noch mit sieben weiteren Notaren gearbeitet, zuletzt zusammen mit Justizrat und Notar Dr. Norbert Kiefer und Notar Dr. Christian Pohl. Gab es zu Zeiten von Dr. Siegel im Notariat acht Angestellte, sind es heute 46. Sie alle bestätigen, dass man mit Beate Nuß, die in den 56 Jahren ihrer Zugehörigkeit zum Notariat an den verschiedensten Stellen tätig war, stets gut zusammenarbeiten konnte und dass man sie vermissen wird. Ähnliches ist von ihren beiden Chefs zu hören die es gern sehen würden, wenn ihre älteste Angestellte noch länger bleiben würde, hat sie doch bis zum Schluss qualifizierte Arbeit abgeliefert. Sie war, wie die beiden Notare unisono sagen, auch „der ruhende Pol im Sturm“ und darüber hinaus „nicht nur das Gesicht, sondern auch die Seele des Notariats“. Eigentlich wollte Beate Nuß ja schon am 31. Dezember 2017 in Ruhestand gehen. Doch dann besann sie sich anders, wollte sie doch den Umzug des Notariats ins „Quartier am Markt“ erleben. „Ich war dabei, als wir 1966 mit Dr. Eiswirth und Dr. Bubel ins frühere „Gefängnis“ umgezogen sind und jetzt will ich auch dabei sein wenn wir das Gefängnis verlassen“, so ihre Begründung. Wie sie ihren Ruhestand gestalten will kann Beate Nuß noch nicht sagen. „Zuerst werde ich mich wohl eingewöhnen müssen und dann kann man weitersehen. Auf jeden Fall habe ich jetzt mehr Zeit für meinen Mann und kann mich viel, viel mehr um meine Urenkel kümmern“, so die Antwort der künftigen Rentnerin auf die Frage nach ihrer Zukunft.