Kreis Germersheim Bis Mitte 2023 keine Kündigung

An seinem Standort Rülzheim hat DBK in diesem Jahr über 60 neue Mitarbeiter eingestellt.
An seinem Standort Rülzheim hat DBK in diesem Jahr über 60 neue Mitarbeiter eingestellt.

Für die 235 Mitarbeiter von „David + Bader“ (DBK) an den Standorten Kandel (Industrieöfen) und Rülzheim gibt es einen neuen Tarifvertrag. Die vereinbarten Sonderregelungen bringen mit Arbeitszeitkonten und einem Wahlrecht zwischen Geld oder Zeit zusätzliche Flexibilität und Sicherheit bei einer schwankenden Auftragslage, so der IG Metall-Beauftragte Rolf Köhler. DBK hat am Standort Rülzheim zwischen Jahresbeginn und Oktober über 60 neue Mitarbeiter eingestellt, so Geschäftsführer Ralph Hock, der sich über den Verlauf der Verhandlungen zufrieden zeigte.

Für den Bereich Industrieöfen am Standort Kandel und für Mitarbeiter der Produktion, Lager und Logistik am Standort Rülzheim wurden Arbeitszeitkonten und Ausgleichzeiträume zwischen 18 und 24 Monaten vereinbart. In der neuen Vereinbarung wurde das Recht auf Selbstbestimmung gestärkt und der Druck bei notwendiger Nacharbeit durch eine verbindliche monatliche Obergrenze reduziert, so Köhler. Nacharbeit muss geleistet werden, wenn ein Mitarbeiter zuvor wegen der schwankenden Auftragslage Minusstunden angesammelt hat. Für die Mehrarbeit in der Freitag-Nachtschicht und am Samstag besteht künftig ein Wahlrecht zwischen Zeitgutschrift oder Auszahlung. „Für 45 Prozent der Belegschaft wird es künftig möglich sein, die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit bezahlt von 35 auf bis 40 Stunden ausweiten zu können“, so Köhler: „Im Gegenzug erhalten alle Tarif-Beschäftigten beider Standorte ab dem Jahr 2020 die Möglichkeit, sich zwischen dem tariflichen Zusatzgeld (Teil A) oder zusätzlich 8 freien Tagen zu entscheiden. Heute ist die Option nur Beschäftigten mit besonderen Belastungen vorbehalten.“ „DBK war 2015 vorübergehend aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten“, erläutert Köhler den Hintergrund des Tarifvertrags. Die IG Metall habe damals einer Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse zugestimmt, damit DBK wieder in den Arbeitgeberverband eintrat. „Diese Regelung lief aus, David + Baader wollte eine Neuregelung“, so Köhler. Die IG Metall habe darauf ihr Forderungspaket in einem Beteiligungsprozess mit den Mitarbeitern entwickelt.“ „Beide Seiten haben konstruktiv nach einer für beide Seiten optimalen Lösung gesucht“, so Geschäftsführer Hock. Das habe sich auch in der Geschwindigkeit gezeigt, in der die Verhandlungen abgeschlossen waren. Man habe nur einen Monat gebraucht. Für die Laufzeit der Vereinbarung vom Anfang 2019 bis zum 30. Juni 2023 werden betriebsbedingte Kündigungen grundsätzlich ausgeschlossen und DBK garantiere die vollumfängliche Anwendung aller Tarifverträge aus der Metall- und Elektroindustrie im Tarifgebiet Pfalz, so Köhler.

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