Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Biotop abgefackelt

Der große Berg Totholz und Gebüsch war Lebensraum für viele Kleintiere.
Der große Berg Totholz und Gebüsch war Lebensraum für viele Kleintiere.

BERG. „Es hat mich einfach traurig gemacht, das tut regelrecht weh“, bedauert Hermann Weber in Berg, der am Ostersonntag auf die verkohlten Rückstände blicken musste. Zuvor war dies ein hoch aufgeschichteter Berg Grün und Totholz, der mit Wildrosen und wildem Wein umrankt war, und den er Herberge für Eidechsen, Igel, Wildbienen und Vögel hergerichtet hatte.

Weber, hat an der Kunstakademie Karlsruhe unter anderem bei Markus Lüpertz und Horst Antes studiert, ist Dozent für Kunst und Design und wohnt seit einigen Jahren in der ehemaligen Berger Bahnhofswirtschaft. An seinem Haus mit den vielen Nistkästen zeigt: Er liebt die Natur und ganz besonders diese „vielgestaltige grüne Region“ mit Altrheinarmen, naturbelassenen Auwäldern und dem Bienwald. Als Vertreter einer Naturschutzorganisation war er bei der Berger Flurbereinigung beteiligt, „wo man sehr wohl noch um jeden Baum kämpfen musste. Das zeigte mir, dass jeder was tun muss“. Deshalb hatte er nahe dem Pfirrmann-Baggersee hin zur französischen Grenze eine große Obstbaumwiese angelegt. Im heißen Sommer 2020 hat er seine Pflanzen mit über 30 000 Liter Wasser vor dem Vertrocknen gerettet, berichtet er.

Das Feuer auf dem Grundstück war am Karfreitag von einem Spaziergänger gemeldet worden. Weber war am Ostersonntag mit der Polizei auf dem Grundstück. Einen konkreten Verdacht kann er nicht äußern, es gebe zwar immer Jugendliche, die in dieser Gegend mit den Mopeds umherfahren. Allerdings meinte eine Bekannte zu ihm, „manchmal sind die Alten viel schlimmer, die sich ärgern, weil hier Disteln rumstehen“. Dabei sind Disteln wichtiger Lebensraum für Schmetterlinge und die Samen Nahrung für Vögel, so Weber.

„Ich lasse mich nicht entmutigen, ich stecken nicht den Kopf in den Sand“, plant Weber schon wieder die Errichtung seiner neuen „Tierherberge“ für Eidechsen, Igel und Co., sowie dazu einer Info-Tafel über dieses Biotop.

Bei der Polizei wurde Strafanzeige gestellt. Zeugen werden um Meldung gebeten bei der Polizei Wörth (Müsle), 07271 92210.

Die verkohlten Reste sind ein trauriger Anblick.
Die verkohlten Reste sind ein trauriger Anblick.
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