Kandel BiKaGe: Zwei Prinzenpaare besteigen ihre Throne

Kandel, Helena und Paul, Jugendprinzenpaar der BiKaGe,
Kandel, Helena und Paul, Jugendprinzenpaar der BiKaGe,

[Korrigiert, 27. Februar 2025, 19.28 Uhr] „Mittelalter. Narrezeit. Die Wikinger machen sich in Kannl breit.“ So lautet das Motto der BiKaGe für die närrische Kampagne. Die wartet mit einer Neuerung auf.

Seit Eröffnung der Kampagne am 16. November residiert neben dem Prinzenpaar Lena I. und Marius I. auch ein Jugendprinzenpaar mit Helena I. und Paul I. Dies ist eine Neuerung, bisher hatte es nur anlässlich besonderer Jubiläen ein Kinderprinzenpaar gegeben, aber die BiKaGe will schon recht früh den Nachwuchs einbinden. Das geschieht vor allem in den Tanzformationen, bei den Krautwickeln etwa oder der Mini-Garde.

Hier hat Helena Zeiß, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, schon früh Fuß gefasst und sich mit großer Freude engagiert. Die 14-jährige Schülerin besucht die 9. Klasse der Kandeler IGS, ist mit Feuereifer in den Tanzgruppen dabei, springt aber ebenso gerne auf dem Trampolin und spielt die Klarinette im Orchester der Schule. Und, das soll hier schon erwähnt werden, sie hatte es vor einigen Jahren schon verstanden, auch ihre Eltern für die fünfte Jahreszeit zu begeistern. Mama Christina Zeiß und Papa Peter waren das Prinzenpaar in der Kampagne 2019/2020. Und beide unterstützen natürlich die Tochter bei ihrem närrischen Programm.

 Lena und Marius, Prinzenpaar der BiKaGe, mit Hund Toni,
Lena und Marius, Prinzenpaar der BiKaGe, mit Hund Toni,

Um als Paar auftreten zu können, war natürlich auch ein Prinz erforderlich. Den fand Helena in ihrer Schulklasse. Obwohl Paul Schweitzer bis zu diesem Zeitpunkt mit der Fasenacht noch nicht viel am Hut hatte, er ging viel lieber ins Karatetraining, fuhr mit dem Mountainbike durch die Gegend und wurde Jugendfeuerwehrmann, sagte er seiner Klassenkameradin doch zu. Und zwischenzeitlich mache es ihm sogar etwas Spaß, auch wenn er am Rathaussturm nicht teilnehmen konnte, weil man da im Familienurlaub war. Aber die Kampagneneröffnung hatte er sichtlich genossen, wie er erzählt. Und beide freuen sich auf die sechs Prunksitzungen. Unter den Gästen, die sich hier einfinden, wollen auf jeden Fall auch einige ihrer Tutoren (Lehrerinnen/Lehrer) aus der IGS sein. Und auch beim Empfang durch den neuen Landrat Martin Brandl wird das Jugend-Prinzenpaar die BiKaGe vertreten. Weitere Besuche sind bei Veranstaltungen befreundeter Faschingsvereinigungen geplant, erzählt Helena, die weiterhin in einer Tanzformation des Vereins trainiert und in der Kampagne wieder Auftritte hat.

Bikanisches Blut in seinen Adern wähnt der diesjährige Marius I., der zusammen mit seiner Frau Lena I. in dieser ausgedehnten Kampagne das Prinzenpaar der BiKaGe bildet. Nicht rein zufällig, denn Marius Knauth, wie er mit „bürgerlichem“ Namen heißt, gehört schon lange zu den Urgesteinen der Kandler Fasenacht. Er ist im 12. Jahr aktiv. Begonnen hatte alles als Jung11er-Rat, gehört dem Ensemble der Show-Buwe an und war bereits Sitzungspräsident bei der Kinder- und Jugendsitzung in der Kampagne 2017/18. Dass er derzeit im Männerballett trainiert, erfahren wir nur ganz nebenbei.

Marius Knauth, der gerade nach Jahren bei der Bundeswehr eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement absolviert, ist aber auch ansonsten im Kandeler Vereinsleben sehr engagiert. So war es kein Wunder, dass er sich auch für das Amt des Faschingsprinzen interessierte. „Das wollt er schon immer einmal werden“, verriet im Gespräch mit der RHEINPFALZ hinter vorgehaltener Hand seine holde Prinzessin.

Auch im Alltag ein Paar

Lena und Marius sind auch im wirklichen Leben ein Paar, haben vor etwas mehr als einem Jahr geheiratet und residieren in der Marktstraße. Die beiden kennen sich aber schon seit einer halben Ewigkeit, genauer gesagt seit 13 Jahren. Lena, die als Tierärztin in einer großen Praxis in Eggenstein arbeitet, ließ sich nur zu gerne überreden. Sie fühlt sich in der Südpfalz und besonders in Kandel sehr wohl, wurde schon bald vom närrischen Virus infiziert. Als Kind erlebte sie die schwäbisch-alemannische Fasnet in ihrer Heimatstadt Villingen und in deren Umgebung. Die spiele sich, so erzählt die sympathische Hoheit, viel mehr im Freien ab als in Kandel. Gerne erinnere sie sich an Umzüge und das närrische Treiben auf der Straße.

Die Mutter war auch schon Regentin

Aber die Umstellung auf die Kandeler Gegebenheiten fielen ihr nicht schwer, auch nicht die Vorstellung von dem, was als Prinzessin auf sie zukommt. Hier hatte sie nämlich ein gutes Beispiel vor Augen. Denn in der vorangegangenen Kampagne trug ihre Mutter Sabine (Nein, es gibt auch in Kandel keine monarchische Erbfolge! Alles entspricht den streng demokratischen Statuten der Narrenzunft!) selbst die närrischen Insignien der BiKaGe und war an der Seite von Prinz Marco Regentin während einer kurzen und knackigen Kampagne gewesen.

Die ersten Bewährungsproben hat das bikanische Prinzenpaar bereits hinter sich, die Kampagneneröffnung und den Sturm aufs Rathaus, in dem aber bekanntlich nicht viel zu holen ist außer der symbolträchtigen Unterstützung. Lena I. und Marius I. freuen sich nun auf die Prunksitzungen (1., 2., 8., 14. und 15. Februar in der Bienwaldhalle) und auf alles, was sich die Bikanesen noch so alles haben einfallen lassen. Nicht mitnehmen zu den Sitzungen dürfen sie ihren Jagdhund Toni, der sie aber beim gemeinsamen Hobby (Lena und Marius gehen auf die Jagd) begleiten darf und der sich auch ganz gerne fotografieren ließ. Und am Aschermittwoch, genauer nach dem für diesen Tag geplanten Heringsessen, hat Toni die beiden wieder ganz für sich.

Info

Kartenvorverkauf für alle Veranstaltungen der BiKaGe unter www.bikage.de/shop

Korrektur

Helena Zeiß ist der bürgerliche Name der Jugendprinzessin, die diese närrische Kampagne der Kandeler BiKaGe zusammen mit ihrem Prinzen Paul Schweitzer begleitet. In der Ursprungsversion des Berichts war ein falscher Familienname angegeben. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

x