Kreis Germersheim Bienwald: Bäche sollen wieder natürlich fließen

«Wörth/Kandel.» Die rund 1600 Hektar große Naturwaldfläche im Naturschutzgroßprojekt Bienwald soll auch Naturwasserläufe bekommen. Deshalb werden für über eine Million Euro Dole entfernt und die Forststraße Schaidt-Lauterburger-Straße höher gelegt, damit sie als Damm wirken kann.
Dieser Ausbau der Straße kostet knapp 520.000 Euro und war im Bauausschuss des Kreises durchaus umstritten. Zwar fallen auf den Kreis anteilig „nur“ 34.500 Euro, der Rest geht aufs Konto des Naturschutzgroßprojektes in Berlin, Mainz und Südliche Weinstraße. Aber insgesamt, so die Baufachleute im Ausschuss, sei das eigentlich zu teuer. Weil aber letztlich Baufirmen als Generalunternehmer von Erd- über Wasser- bis Straßenbau kaum zu bekommen seien, müsse man das wohl akzeptieren. Zumal die Zeit drängt, das Naturschutzgroßprojekt läuft im Frühjahr 2018 aus – und damit versiegt dann auch der Geldhahn. Mit gleicher Argumentation genehmigte der Ausschuss den Ausbau der Dolen. Das sind die Rohre, in denen Bäche unter Wegen hindurchgeleitet werden. Diese Dole sollen größtenteils weggebaggert werden, damit die Wasserläufe wieder natürlich mäandern können. Dort, wo die Übergänge für Forstwirtschaft oder Tourismus gebraucht werden, sollen Furten oder Brücken gebaut, an einigen wenigen Stellen Dole erhalten bleiben. Kosten: knapp 520.000 Euro, wovon der Kreis 34.600 Euro zu tragen hat. Der Rest geht wieder an SüW und die Konten des Naturschutzgroßprojektes. Irmgard Schultheiß vom Naturschutzgroßprojekt erläuterte, dass die renaturierten Gewässer im Lauf der Jahre für Wörth auch als Rückhalteraum bei Starkregen eine Rolle spielen werden.