Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Bezahlbares Wohnen im Grünen

Eine erste Idee, wie das DBK-Gelände in den Unterkandeler Krautgärten bebaut werden könnte: Kettenhäuser und mehrstöckige Wohnge
Eine erste Idee, wie das DBK-Gelände in den Unterkandeler Krautgärten bebaut werden könnte: Kettenhäuser und mehrstöckige Wohngebäude, dazwischen viel Grün.

Zum 31. Dezember 2020 gibt die Firma DBK den Ofenbau in Kandel auf. Nun wurden erste Pläne für eine mögliche neue Nutzung vorgestellt. Wird aus der Industriefläche ein attraktives Wohngebiet?

Bezahlbare Wohnungen, inmitten von Kleingärten, die Innenstadt von Kandel ist über einen Weg am Bach zu Fuß erreichbar. Diese Wohnungen könnten auf der Fläche entstehen, auf der noch bis zum Jahresende Industrieöfen gefertigt werden. Die Geschäftsführer der S-Baugrund Südpfalz GmbH, einem Tochterunternehmen der Sparkasse, präsentierte dem Stadtrat ein mögliches Entwicklungskonzept für die „Unterkandeler Krautgärten“.

Wohnen auf der grünen Wiese

Das Unternehmen David + Baader (DBK) habe der Sparkasse das Grundstück angeboten, sagte Geschäftsführer Alois Hellmann. Nun soll dort die Stadtentwicklung gemeinsam mit der Stadt voran kommen. Das Ziel sei es, „wohnwirtschaftlich effizient zu bauen, zu ausgewogenen Preisen für Jung und Alt.“ Die Fläche von 18.400 Quadratmetern sei zu 70 Prozent verdichtet, mit Pflaster, Asphalt oder Beton, sagte Geschäftsführer Stephan Langer. Anstelle einer Industriebrache könnte dort eine grüne Wiese entstehen, samt einem Wohnprojekt. Wie genau dieses aussehen soll, ist noch komplett offen. Doch dem Stadtrat wurde schon jetzt, in einer ganz frühen Planungsphase, eine Art Vision präsentiert. Warum? „Wir alleine können dort garnichts machen, wir benötigen Ihre Unterstützung“, sagte Langer an die Adresse der Ratsmitglieder. Denn die Stadt Kandel müsste dort für eine Wohnnutzung den Bebauungsplan ändern.

Diese erste Idee für ein Wohnprojekt ist sehr grün, mit ausgesprochen lockerer Bebauung. „Das Gebiet soll nicht so stark verdichtet werden, wie man es könnte“, sagte Langer. Also „wirtschaftlich sinnvoll, aber nicht dicht an dicht.“ Im Anschauungsbeispiel sind im Westen zwölf Kettenhäuser geplant, dazu kommen mehrgeschossige Häuser. „Wir sehen dort keine Stadtvillen oder Einfamilienhäuser, sondern Wohnen für verschiedene Gruppen.“ Geplant sei nicht eine spezielle Käufer- oder Mieterschicht, sondern „ein durchgemischtes Wohngebiet, mit unterschiedlichen Preisen, für unterschiedliche Altersgruppen“.

Kein „Schnick-Schnack“, keine Tiefgaragen

Seine Botschaft: Die Preissteigerungen auf dem Immobilienmarkt könnten nur durch mehr Angebote abgemildert werden. Gleichzeitig soll preisbewusst gebaut werden. Das bedeutet zum Beispiel den Verzicht auf „architektonischen Schnick-Schnack“ und günstigere oberirdische Stellplätze statt deutlich teurerer Tiefgaragen, so Langer. Hinsichtlich möglicher Fragen zu Baulinien, Gebäudehöhen, Ausrichtungen, Dachneigungen betonte er: „Das ist alles nicht in Stein gemeißelt“, es gehe schlicht um eine erste Visualisierung, was dort möglich sei.

Im Süden des Geländes soll ein Treffpunkt entstehen, dazu weitere öffentliche Bereiche wie ein Spielplatz. Auch in Sachen Nachhaltigkeit will man punkten: Auf allen Dächern finden sich im Modell Photovoltaikanlagen, es gibt Ladestationen für E-Autos, die Gebäude sind energieeffizient gebaut und das Regenwasser soll über Versickerungsgräben abfließen. Nicht zuletzt ist die Lage, über eine Trasse ab dem Lidl-Kreisel nahe der A65-Abfahrt Kandel-Mitte, attraktiv. Diese wurde einmal für den DBK-Ofenbau gebaut. „Eine tolle Anbindung, die wir nutzen können“, sagt Langer.

Allerdings stellen Hellmann und Langer auch klar: „Die S-Baugrund ist kein klassischer Bauträger.“ Es gehe darum, das Gelände nutzbar zu machen und Baureife zu schaffen. Als Projektentwickler arbeite man mit der Gesellschaft für kommunale Baulanderschließung (GkB) aus Karlsruhe zusammen, die auch schon oft in Kandel aktiv war. Die Grundstücke selbst sollen dann vermietet und verkauft werden. Ein vergleichbares Projekt werde derzeit in Landau verwirklicht. Dort entstehen gerade 36 Wohnungen, 10 davon gehören zum sozialen Wohnungsbau, 15 sind für Mieter ab 60 Jahren gedacht.

Nicht nur Teil der Krautgärten ansehen

Bürgermeister Michael Niedermeier (CDU) lobte die S-Baugrund für die Transparenz in diesem frühen Stadium und wies vor allem auf die Chancen hin. „Wir sind auch Träger der Sparkasse, wir haben die Möglichkeit, da mitzusprechen, nicht nur als Planungsbehörde“, sagte er. Beim Baugebiet K2 wurden die Grundstücke wegen der großen Nachfrage nach einem Punktesystem vergeben, damit möglichst viele Kandeler Familien zum Zuge kommen konnten. Etwas ähnliches könnte Niedermeier sich auch in dem Wohnprojekt vorstellen, wenn es umgesetzt werden sollte. „Wir müssen den ganzen Teilbereich Unterkandeler Krautgärten ansehen“, nicht nur einen Ausschnitt, mahnte Markus Jäger-Hott für die SPD-Fraktion. Das Thema soll nun in den Ausschüssen der Stadt weiter behandelt werden.

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