Kandel
Bereitschaftsdienstzentrale in Kandel soll bald wieder öffnen
Seit dem Osterwochenende ist die Ärztliche Bereitschaftsdienstzentrale (BDZ) in Kandel vorübergehend geschlossen, die BDZ in Germersheim musste ihre Öffnungszeiten stark einschränken. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) verweist auf Personalprobleme angesichts der Corona-Pandemie. Allerdings wurden die Veränderungen vorab nicht mitgeteilt.
Ähnlich überraschend, dafür endgültig, kam im April 2018 die Schließung der BDZ in Bad Bergzabern. Damals habe die Kassenärztliche Vereinigung damit argumentiert, dass die Patienten ja nach Kandel und Landau ausweichen könnten, sagt Alexander Schweitzer (SPD), Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Südliche Weinstraße und Kandel, gegenüber der RHEINPFALZ.
Erinnerung an Schließung in Bad Bergzabern
Allerdings sei es mitnichten nur um Patienten aus der Kurstadt gegangen: Das Einzugsgebiet der Praxis habe bis in die Südwestpfalz gereicht. Schweitzers Fazit: Von der Schließung des Standorts Kandel sind jetzt nicht nur das Gebiet Kandel und Umland, sondern auch Teile der Südlichen Weinstraße betroffen. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion sieht außerdem ein bürokratisches Problem: Patienten wenden sich dann direkt an die Kliniken, die aber für ambulante Patienten nicht zuständig sind.
Die Schließung des Standorts Kandel sei ganz klar eine Einschränkung der ärztlichen Versorgung für Patienten in der Region und könne nicht einfach akzeptiert werden, so Schweitzer. Der Vorstand der KV Rheinland-Pfalz habe ihm versichert, man sei „mit Hochdruck dabei, schnellstmöglich wieder für eine Besetzung zu sorgen“. In einem persönlichen Gespräch habe er erfahren, dass eine erneute Öffnung im Juni 2020 angestrebt werde. Schweitzer stellt klar: Die ärztliche Versorgung der gesetzlich Versicherten sei „keine freiwillige Leistung“, sondern eine gesetzliche Verpflichtung.
Forderung nach Lösung für Südpfalz
Offensichtlich habe die Kassenärztliche Vereinigung die Südpfalz insgesamt als Versorgungsgebiet im Blick, interpretiert Schweitzer die gemeinsame Nennung von Bergzabern, Landau, Kandel und Germersheim bei der KV. Der Landtagsabgeordnete fordert daher einen „dauerhaften Dialog“ zwischen den betroffenen Kommunen und der KV. „Die KV muss zukünftig früher und langfristiger informieren“ , etwa wenn sich Probleme bei der Gewinnung von medizinischem Personal abzeichnen oder verschärfen, „und die Kommunen müssen entsprechend früh die Gelegenheit haben, sich zu diesen Plänen zu äußern sowie gegebenenfalls Unterstützung anzubieten.“ Es gehe nicht an, dass die betroffenen Kommunen etwaige Pläne nur über Umwege erfahren.
Schweitzer schlägt daher vor, dass es noch 2020 einen Runden Tisch Ärztlicher Bereitschaftsdienst Südpfalz geben soll. „Zu diesem sollte die Verantwortlichen der KV, der Gebietskörperschaften Landau, Germersheim und Südliche Weinstraße sowie der Krankenhäuser in der Südpfalz zusammenkommen.“