Kreis Germersheim Bellheim will junge Ärzte anlocken

Bellheim will ein Konzept entwickeln (lassen), das die haus- und fachärztliche Grundversorgung im Dorf für die nächsten Jahre sichern soll. Mit seinem Beschluss folgte der Ortsgemeinderat am vergangenen Donnerstag einem Antrag der Wählergruppe Adam (WGA).
WGA-Sprecher Sebastian Weinheimer argumentierte, dass bis 2020 viele Ärzte aus Altersgründen ausscheiden würden. Und wenn der Medizinernachwuchs die Vakanzen nicht abdecken könne, drohe ein Ärzteengpass. Deshalb warb er dafür, dass sich Bellheim am Online-Service „Ort sucht Arzt“ der Kassenärztlichen Vereinigung beteiligen soll. Damit sollen Gemeinden niederlassungswillige Ärzte kontaktieren können. Ziel müsse eine Strategie sein, um dem drohenden Ärztemangel in Bellheim zu begegnen. Andreas Meyer (FDP) empfahl dazu auf externen Sachverstand zurückzugreifen. „Ich unterstütze ungern die Gegenseite – aus grundsätzlichen Erwägungen – aber heute bin ich für Sebastians Antrag“, sagte Herrmann-Josef Schwab (CDU). Keine Mehrheit fand hingegen der ergänzende Antrag von Sigrid Weiler (SPD), die ein mögliches Ärztehaus gerne im Umfeld des Bürgerhauses in der Hauptstraße 140 gesehen hätte. Da wolle man möglichen Investoren nicht vorgreifen, hieß es seitens der übrigen Ratsmitglieder. Andreas Meyer wies darauf hin, dass der Rat vor zwei Jahren den Bau eines Ärztehauses abgelehnt habe. Er selbst sei Mitglied einer Investorengruppe von vier Ärzten gewesen, die ein solches Vorhaben in Verbindung mit betreutem Wohnen und einer Station der Landeck habe stemmen wollen. Die Gemeinde habe geplant ein Grundstück dafür zu räumen. Dann habe es plötzlich geheißen, dass das nicht gehe, weil noch 20 Parteien in dem gemeindeeigenen Haus wohnten. In der Folge seien weitere Grundstücke angeboten worden, eins am Bahnhof und eins in der Senke beim Möbelhaus Strohmeier-Gilb. Bei Letzterem hätten die Investoren dann aber einen Kreisel bezahlen sollen. Letztlich hätte sich alles zerschlagen, weshalb Meyer der Gemeinde vorwarf zu wenig mit Leuten zu reden, die etwas im Dorf machen wollen. Die Beigeordnete Gertrud Trapp (WGA) sagte, unterstützt von Ratskolegen, dass der Rat das Projekt nicht abgelehnt habe, es vielmehr im Sand verlaufen sei. Sie habe damals gehört, dass die Gruppe sich zerstritten und aufgelöst habe. Dann habe man nichts mehr gehört. Laut Meyer existiert die Gruppe noch und ist nicht zerstritten. Ortsbürgermeister Paul Gärtner (WGA) entgegnete Meyer, dass er selbst mit einem solchen Vorhaben, noch dazu als Ratsmitglied und Bellheimer, eine andere Stelle aufgesucht hätte, wenn er an der einen nicht weitergekommen wäre. (gs)