Kreis Germersheim
Bellheim: Kläranlage braucht neue Biologie
Nach 40 Betriebsjahren benötigt die Bellheimer Kläranlage eine neue Biologie, also die Stufe mit Kleinstlebewesen, Bakterien etwa, die beim Reinigen der Abwässer helfen. Deshalb müssen die Verbandsgemeinde-Werke mehrere Millionen Euro investieren. Darüber informierte Bürgermeister Dieter Adam (FWG) am Mittwoch den Verbandsgemeinderat.
Bevor es soweit ist, müsse das Vorhaben auch noch mit der Genehmigungsbehörde SGD in Neustadt abgestimmt werden. Ein Planer ist laut Adam bereits am Werk. Schließlich müsse wegen der erforderlichen Sanierung der Kläranlage der Generalentwässerungsplan fortgeschrieben, sprich, Leitungen und Anschlüsse untersucht werden. Der Plansoll im Oktober fertig sein, um noch dieses Jahr im Werkausschuss darüber reden zu können. Laut Adam wird diese Investition, zuletzt sei von acht Millionen Euro die Rede gewesen, die größte in den nächsten fünf Jahren.
Klärschlammverbrennung wird wohl teurer
Der Bürgermeister wies auch darauf hin, dass in Kürze Gespräche mit der BASF anstehen, die den Klärschlamm aus der Verbandsgemeinde verbrennt, weil Ende 2020 der Vertrag auslaufen wird. Hier sei mit Kostensteigerungen zu rechnen.
Einstimmig beschlossen wurde vom Verbandsgemeinderat der Haushaltsplan 2020/21 für die Verbandsgemeindewerke, Abteilung Abwasserbeseitigung. Wie am Dienstag berichtet, bleiben die Abgaben und Gebühren konstant. Lediglich für Abwässer aus Gruben, für die nun wieder Gebühren erhoben werden können, fallen pro Kubikmeter 31,80 Euro an. Laut Adam gibt es vier solcher Gruben in der Verbandsgemeinde. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestgewinn von jeweils rund 159.000 Euro wird erzielt, Kredite müssen keine aufgenommen werden, die Verschuldung soll Ende 2021 bei 292.500 Euro liegen.
Besetzung Ausbildungsstelle gefordert
Alfred Gadinger (CDU, Bellheim) regte an, zu versuchen, die hohen Stromkosten von 250.000 Euro in den Griff zu bekommen und die offene Ausbildungsstelle zu besetzen. Peter Herzog (FWG, Zeiskam) bezeichnete es als erfreulich, dass die Gebühren stabil bleiben und regte ebenfalls an, die dünne Personaldecke bei den Werken aufzustocken. Bürgermeister Adam sagte dazu, dass man versuchen werde, die Ausbildungsstelle zu besetzen, zumal sie im Etat veranschlagt sei.
Neues Gebiet in Lärmaktionsplan, drei gestrichen
Einstimmig beschlossen wurde auch der Lärmaktionsplan der Verbandsgemeinde, aus dem jedoch drei ruhige Gebiete heraus- und eins neu aufgenommen wurden. Herausgenommen wurden das Bellheimer Naherholungsgebiet Auchtweide, weil hier die Westspange hindurchgeführt werden soll, „Rodelberg und Sportgelände“ in Knittelsheim, wegen des Sportbetriebs, und der Zeiskamer Angelweiher, weil laut Adam dort in der Nähe eine Landesstraße verläuft. Neu hinzu kommt das Waldgebiet östlich von Bellheim (Richtung Zeiskam) bis zu den Holzwiesen; in dem Gebiet befindet sich der Friedwald. Nach der Änderung geht der Plan erneut in die Offenlage.
Der Lärmaktionsplan ist aufgrund einer EU-Richtlinie 2013 in der Verbandsgemeinde installiert worden und muss alle fünf Jahre überprüft werden, um gegebenenfalls bauliche Veränderungen zu beschließen. Diesbezüglich, so Adam weiter, gibt es keinen Handlungsbedarf, „ist die Lage sogar noch besser als vor fünf Jahren“. Die Lärmaktionspläne enthalten konkrete Maßnahmen zur Lärmminderung, die möglichst umfassend realisiert werden sollen. Dabei ist die Mitwirkung der Bürger gefragt.