Kandel
Beim Autokauf herrscht Unsicherheit
Soll man beim Autokauf jetzt gleich auf ein (meist eher teureres) E-Modell umsteigen, für das es momentan eine höhere Umstiegsprämie gibt? Auch wenn es bei der Reichweite klemmt und die Infrastruktur mit den Ladesäulen bei weitem noch nicht so ist, wie man sich das wünschen könnte! Oder sollte man sich erst einmal für ein Hybrid-Fahrzeug entscheiden, das mit Elektro- und Verbrennermotor gleichzeitig ausgestattet ist? Wem das alles noch zu unsicher ist, sollte sich wohl doch wieder für einen Benziner entscheiden? Da weiß man was man für sein Geld bekommt und kann auf jahrzehntelange Erfahrung der Konstrukteure bauen. Fragen dieser Art konnten jetzt am Wochenende bei der Messe „Kandel mobil“ gestellt werden.
Modelle für jeden Anspruch und Geldbeutel
Die sieben beteiligten Autohäuser waren sehr gut vertreten und präsentierten, wenige Tage vor Beginn der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München, auch interessante neue Modelle auf dem Marktplatz unter dem Sankt-Georgs-Turm. Für jeden Anspruch etwas, und auch für jeden Geldbeutel.
Mit dabei war aus Stadt und Verbandsgemeinde Kandel das Ford-Autohaus Bohlender. Es wird schon in der vierten Generation von Familie Bohlender geführt. Der Nestor der Kandeler Autohäuser, Fritz Bohlender, ließ es sich nicht nehmen, die Fragen der Kunden zusammen mit Tochter und Enkelsohn zu beantworten.
Die Marke Toyota vertrat das Autohaus Stoltmann, unter anderem auch in Hördt daheim. Mazda- und Hyundai-Händler Friedmann aus Steinfeld stellte ebenso neue Modelle vor wie Seat-Vertreter Ball aus Wörth oder Fiat-Händler Weiss aus Landau, Suzuki-Händler Bahlinger aus Rülzheim und BMW-Vogel aus Landau. Modernste Wohnwagen für alle Ansprüche führte der Caravan-Service Messinger aus Kandel vor.
Vergangenes Jahr war die von Markus Eisel („Punkt. Die Agentur“) organisierte Automesse „Kandel mobil“ gewissermaßen die erste größere öffentliche Veranstaltung nach dem strengen Lockdown. Alles musste sich den damals gültigen Hygienebestimmungen unterwerfen. Das tat man gerne, konnte man sich doch wieder einmal in der Öffentlichkeit etwas anschauen und miteinander über den Marktplatz schlendern.
In diesem Jahr wurde schon deutlich, dass man doch ein gutes Stück auf dem Weg zu normalen Rahmenbedingungen erreicht hat. Und auch die Witterung ließ an diesem Wochenende nichts zu wünschen übrig. Nach einem eher verhaltenen Auftakt am Samstag mit einer überschaubaren Besucherzahl, füllte sich der Marktplatz am Sonntag schon zur Mittagszeit. Das freute Veranstalter und Aussteller gleichermaßen.
Mehrere Autohaus-Vertreter berichteten von vielen guten Gesprächen mit Kunden aus allen Altersklassen. Deutlich sei dabei geworden, dass es zurzeit eine größere Unsicherheit vor Kaufentscheidungen gebe. Alles spreche von Elektromobilität, immer wieder werde aber auf die fehlende Infrastruktur und die geringe Reichweite vieler E-Autos hingewiesen. Deshalb, so war zu hören, laufe derzeit das Geschäft häufig über Leasing-Verträge, auch wegen der günstigen Darlehenszinsen. So habe man ein geringeres Risiko, und nach drei Jahren könne man sich dann wieder neu orientieren.
Oldtimer präsentieren sich in bester Verfassung
Einen Blickfang der besonderen Art boten am Sonntag dann die von ihren Besitzern liebevoll gepflegten Boliden. Sie gehören Mitgliedern des Oldtimerclubs Kandel, dessen Präsident Ludwig Pfanger gerne mehr Exemplare ausgestellt hätte. Es habe so viele Anfragen gegeben, dass man viele Anfragen, auch aus dem Elsass, ablehnen musste, weil der Stellplatz unter dem St. Georgsturm nicht ausreichte. Unter den Gefährten sah man nicht nur einen Cadillac von 1959, auch ein Opel Kapitän, gerade mal ein Jahr jünger, war zu bestaunen. Eines der ältesten Modelle war sicherlich der schwarze Citroën aus dem Baujahr 1954. Zum Hingucken reizten aber auch das Goggomobil T 250 von 1968 oder der Bentley, ebenso wie weitere Opel- oder Mercedes-Modelle. Zum Kauf angeboten wurde übrigens auch ein Triumph eines Oldtimer-Freundes, der sich vor allem für jüngere Autofahrer eignen dürfte. Wie schon 2020 gab es keinen „verkaufsoffenen Sonntag“ für die Kandeler Geschäftswelt.