Kreis Germersheim Bei Hundewetter verkrümelt sich Willi in die Kajüte

Lutz Schwab, Jan Kern und Hund Willi – drei RHEINPFALZ-Kollegen – sind mit der „Golden Lady“, ihrem 44 Jahre alten Segelboot, seit Montagmorgen auf dem Rhein von Germersheim bis nach Friesland unterwegs.
Regen. Sonne. Wellen. Regen. Wind. Wellen. Als der Dom zu Köln in Sicht kommt und der Himmel aufreißt, freut sich keiner so wie ich. Zwei Stunden unserer Acht-Stunden-Etappe gab es abwechselnd Wasser von oben (Regen), Wasser von unten (Gischt) und teilweise derben Gegenwind. Willi und Jan haben es sich in der Kajüte bequem gemacht. Ich bin froh, dass meine Jacke dicht hält. Ein paar Surfer pfeifen mit unglaublichem Tempo über den unglaublich breiten Rhein bei Porz – einer grüßt noch lässig im Vorbeifahren, während die kleine „Golden Lady“ mühselig durch die Wellen stampft. Das hilfreiche „Rheinhandbuch“ (in Koblenz haben wir Band zwei des cleveren Kartenwerks aufgeschlagen) hat ein wenig gelitten, ein paar Seiten sind ordentlich geduscht, das Fernglas ist tropfnass, meine Jeans klebt an meinen Beinen, die Schuhe sind durchweicht ... Zu Hause könntest du gemütlich auf der Couch liegen und einen Film gucken, denke ich mir, während uns ein ausgesprochen freundlicher Hafenmeister einen netten Liegeplatz im Kölner Rheinauhafen direkt am Schokoladenmuseum gibt und beim Festmachen hilft. Zwei Stunden später ist das Boot aufgeräumt, Willi und wir haben einen Rundgang bis zur nahen Altstadt gemacht, ein Lieferheld bringt frische Pizzas ans Boot, dazu gibt`s Südpfälzer Wein – und wir entdecken, dass direkt im Hafen ein Open-Air-Film läuft. Irgendein U-Boot-Film aus Hollywood flimmert über die Leinwand, vor der es sich die Zuschauer mit Decken und Kissen auf den Stufen zum Wasser gemütlich gemacht haben. So viel zum Thema „Couch und Film“, denke ich mir. Nur der Weg zum Bad ist 100 Meter weit. |lsb