Kreis Germersheim Bei Ausgleichsflächen eigene Interessen wahren

Der Gemeinderat Vollmersweiler hat die Entscheidung über die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes 2025 vertagt. Beigeordneter Fabian Nagel informierte, dass in Vollmersweiler Ausgleichsflächen für Baugebiete der gesamten Verbandsgemeinde Kandel ausgewiesen werden sollen. „Jede Gemeinde könnte darauf zugreifen“, ergänzte Steffen Scheid.
„Wir sollen auf unserer Gemarkung Flächen für die gesamte Verbandsgemeinde zur Verfügung stellen. Die Handhabung ist für uns schon ein Problem, denn wir müssten zunächst unsere eigenen Interessen wahren“, sagte Ortsbürgermeister Roland Kelemen. Vollmersweiler wolle selbst sechs neue Bauplätze ausweisen, über deren Verfügbarkeit noch keine Klarheit herrsche. Manuel Scherrer regte ein Vorkaufsrecht für die Ortsgemeinde an, „weil wir die Ausgleichsflächen vielleicht selbst benötigen.“ Nagel tat sich schwer damit, jetzt abzustimmen ohne die Größe der vorgesehen Fläche zu kennen. Jürgen Wiggering ergänzte, dass Ausgleichsflächen naturbelassen und somit auch etwas Gutes seien. Der Rat beschloss einstimmig vor einer Entscheidung erst noch weitere Informationen einzuholen und strittige Fragen abzuklären. Wie derzeit viele Gemeinden wird auch Vollmersweiler seine Planungskompetenz für den durch den Bund mit 50 Prozent und das Land mit bis zu 40 Prozent geförderten Breitbandausbau (wir haben mehrfach berichtet) zunächst an die Verbandsgemeinde und in letzter Konsequenz an den Landkreis Germersheim abgeben. Kelemen widersprach der Aussage, dass für Planungs- und Beratungsleistungen zunächst noch keine Kosten entstehen würden: „Bei der Kreisverwaltung werden 1,5 Stellen geschaffen. Das bezahlen wir über die Umlage.“ Die Baukosten werden für Vollmersweiler auf 25.000 Euro geschätzt. Nach einer Begutachtung des Spielplatzes müsse dieser eigentlich stillgelegt werden, so Kelemen. Beispielsweise seien die Abschirmung zum Otterbach hin und die Bepflanzung nicht ausreichend. Die Standsicherheit des Piratenturms müsste vierteljährlich geprüft, das Fundament dafür jeweils freigelegt werden. „Wenn man dafür so viel Aufwand betreiben muss, sollte man den Turm verkaufen“, schlug Hermann Heil kopfschüttelnd vor. „Das macht mir schon Sorgen. Wir müssen hier tätig werden“, kündigte Kelemen weitere Schritte an. Er appellierte an die Bürger, die Gemeinde beim Einbringen des Sandes auf dem Spielplatz zu unterstützen und informierte, dass die Pappel am Spielplatz gefällt werden musste, weil der Wurzelstock beschädigt war. Die Ortsgemeinde wird für 50,90 Euro monatlich einen Defibrillator leasen und öffentlich zur Verfügung stellen. (ali)