Weingarten RHEINPFALZ Plus Artikel Bald Wohnhäuser am Weiherhof? Das sind die Hürden

Das etwa zwei Hektar große landwirtschaftliche Gelände des Weiherhofs am westlichen Ortsrand. Stehen hier bald Mehrfamilienhäuse
Das etwa zwei Hektar große landwirtschaftliche Gelände des Weiherhofs am westlichen Ortsrand. Stehen hier bald Mehrfamilienhäuser?

Entsteht auf dem Weiherhof-Gelände Wohnraum? Ein erstes Konzept gibt es bereits. Aber auch große Skepsis. Und noch einige Hürden.

Das schon seit längerer Zeit ungenutzte, etwa zwei Hektar große landwirtschaftliche Gelände des Weiherhofs am westlichen Ortsrand soll umgenutzt werden. Ein erstes Konzept sieht dort eine „Wohnbebauung in Form eines Mehrgenerationen-Wohnparks“ vor. Dazu sollen die bestehenden landwirtschaftlichen Gebäude sowie das Gewächshaus abgerissen und auf der Fläche Einfamilien-, Mehrfamilien- und Kettenhäuser sowie altersgerechte Wohnungen errichtet werden. Erschlossen werden soll das Gebiet über eine zentrale Zufahrt von der K32 aus.

Noch sind hier die Gewächshäuser.
Noch sind hier die Gewächshäuser.

Es bräuchte einen neuen Bebauungsplan

Die Verwirklichung des Projekts ist allerdings mit einigen Hürden verbunden. Das Gelände erstreckt sich derzeit über zwei Bereiche, für die unterschiedliche Vorgaben gelten. Der südliche Teil des Gebiets befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Am Oberen Neugraben-Krummäcker Teil West, 1. Änderung“, der das Gelände als Gewerbefläche ausweist. Der nördliche Teil liegt dagegen im Außenbereich, das im Flächennutzungsplan als landwirtschaftliche Nutzfläche ausgewiesen ist.

Laut Bauabteilung der Verbandsgemeinde Lingenfeld ist „nach Rücksprache mit der Kreisverwaltung sowie dem Verband Region Rhein-Neckar, welcher für die Regionalplanung zuständig ist, eine Entwicklung des Gebiets mit einer Wohnbebauung durchaus möglich.“ Zur Einordnung: Eine Kommune darf Wohngelände nur in begrenztem und vorgegebenem Maß ausweisen. Aktuell stehen im südöstlichen Teil Weingartens Wohnbaupotenzialflächen mit einer Gesamtgröße von 2,7 Hektar zur Verfügung. Wird das Weiherhof-Gelände bebaut, müsste die Kommune auf einen Großteil dieser Flächen vorerst verzichten.

Es müssten laut Verwaltung also „Wohnbaupotenzialflächen verschoben werden“. Dazu müsste der Flächennutzungsplan geändert, ein Bebauungsplan aufgestellt und der bestehende Bebauungsplan „Am Oberen Neugraben-Krummäcker“ Teil West, 1. Änderung“ aufgehoben werden.

Konzept „unrealistisch“?

Um die weitere Vorgehensweise zu besprechen, hat die Verwaltung vorgeschlagen, Abstimmungsgespräche mit allen Planungsbehörden zu führen. Voraussetzung dafür sei aber ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, dass die Planung intensiviert werden soll.

„Nach Auffassung der Verwaltung bestehen aus raumordnerischer und städtebaulicher Sicht keine grundsätzlichen Bedenken. Der Lückenschluss in der Bebauung zwischen dem Wohngebiet ,Am Oberen Neugraben-Krummäcker’ und der zentralen Ortslage ist aus städtebaulicher Sicht sinnvoll“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Laut Ortsbürgermeister Stefan Becker (CDU) hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, „um mit Behörden weiterreden, in Verhandlungen treten zu können“.

Klar ist für Becker allerdings, dass das Konzept in vorliegender Form nicht umsetzbar und „unrealistisch“ ist, was er eigenen Angaben zufolge so auch im Gemeinderat kommuniziert hat.

Auch in Vorgesprächen sei das bereits deutlich geworden. „Der Entwurf holt städtebaulich das Maximale heraus und ist für das Dorf nicht passend“, bekräftigt Becker im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Gespannt“ ist er auf die Reaktionen der Behörden: „Da haben viele Leute mitzureden.“

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