Kandel Bahnhof Kandel: Wichtige Verbindungsstrecke
An einem Vormittag unter der Woche geht es auf dem Bahnhofsgelände in der Georg-Todt-Straße ziemlich ruhig zu. Keine Spur von hektischen Menschen, es gibt keinen Mangel an Parkplätzen und sogar Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind ausreichend vorhanden. Die Mülleimer quellen nicht über, generell erscheint das Areal sauber. Alles in allem also ein recht guter Eindruck, wäre da nicht die knacksende Durchsage, die fünf Minuten vor der geplanten Einfahrt des Zuges nach Karlsruhe mitteilt, das dieser „leider ausfällt“. Ziemlich ärgerlich vor allem für die Handvoll Menschen, die am Bahngleis gewartet haben. Handys werden gezückt, etwas geschimpft, Alternativen geplant. Zwei Radler entscheiden sich in dem Bistro direkt am Bahnhof auf den nächsten Zug zu warten.
Barrierefreier Zugang
1864 wurde der Kandeler Bahnhof eröffnet und 2014 umfassend modernisiert. Er gilt heute als wichtige Verbindungsstrecke in Richtung Karlsruhe und nach Neustadt. „Vor Ort verkehren täglich 89 Züge bei im Schnitt knapp 1700 Ein- und Aussteigern. Die Bahnsteige befinden sich im Besitz der Deutschen Bahn und werden dementsprechend wöchentlich sowie bei Bedarf zusätzlich von einem mobilen Reinigungsteam gereinigt“, sagt eine Bahnsprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Aus touristischer Sicht ist das Bahnhofsgebäude von historischer Bedeutung und auch prägend für das Stadtbild“, sagt Sabine Bock von der Geschäftsführung beim Südpfalz Tourismus. Außer dem Bistro und einem Kiosk ist auch die Touristinfo beim Bahnhof gelegen, der 2017 sogar als „Wanderbahnhof“ ausgezeichnet wurde. Er sei laut Bock ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen – und auch für Radfahrer. Tatsächlich können die ihre Räder barrierefrei in den Zug befördern. Die Touristikerin nennt zu dem Tagesgäste als Zielgruppe, die vom Bahnhof schnell in der Stadt sind und Schulklassen, die den Zug für Ausflüge nutzen.
Nähe zur Innenstadt
„Beschwerden haben wir ab und an in Bezug auf die Toilette, die meist wegen Vandalismus nicht zu nutzen ist“, so Bock, was auch die Citymanagerin Jennifer Tschirner bestätigt. Bis auf den Bahnsteig ist nämlich die Stadt für das Areal zuständig. Bedeutet: die Stadt pflegt die beiden Mitfahrerparkplätze und den Vorplatz beim Tourismusbüro. „Die Fahrradboxen gehören der Stadt und werden über das Tourismusbüro vermietet“, so Tschirner. Die Citymanagerin betont zudem, dass bei jeglichen städtischen Veranstaltungen auf die Anreise mit der Bahn hingewiesen werde. Durch die zentrale Lage des Bahnhofs würden zudem die Geschäfte und auch Arztpraxen der Innenstadt profitieren.
Die Serie
Das Image von Bahnhöfen ist kein gutes: Zugausfälle, defekte Toiletten, fehlende Barrierefreiheit und unheimliche Unterführungen. Doch wie sieht es zur Zeit tatsächlich „an den Gleisen“ aus? In loser Reihenfolge schauen wir uns die Bahnhöfe und Haltepunkte in der Region genau an.