Kandel Bahnausbau Südpfalz: Unterstützung für zweigleisigen Ausbau ohne Oberleitung
Mehr und bessere Bahnverbindungen in der Südpfalz will das „Bündnis für Verkehrswende Südpfalz“ erreichen. In einem Positionspapier von Anfang 2026 wird ein abschnittsweiser Ausbau der Bahnstrecke Neustadt-Landau-Wörth-Karlsruhe gefordert, zu den Vorschlägen gehört zum Beispiel ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Winden-Wörth. Jüngst hatte der Grünen-Ortsverband Kandel zum öffentlichen Montagstreff eingeladen und auch Vertreter anderer Parteien und der Verwaltung dazugebeten. Dabei war auch das Positionspapier Thema und wurde von Vertretern des Bündnisses erläutert.
Rund 25 Zuhörer waren gekommen, teilte Grünen-Ortsverbandsvorsitzende Chris Eberhardt danach mit. Darunter waren auch Verbandsbürgermeister Mike Schönlaub (SPD), Stadtbürgermeister Michael Gaudier (CDU) und Fritz Brechtel (CDU), früherer Landrat des Kreises Germersheim. Weitere Teilnehmer waren per Zoom zugeschaltet.
Fritz Brechtel, als ehemaliger Landrat und früherer Verbandsvorsteher des ZÖPNV Süd mit dem Projekt vertraut, bestätigte den Kernvorschlag: „Wir brauchen keine Oberleitung, wir brauchen keine Elektrifizierung auf dieser Strecke. Das macht vieles einfacher.“ Die bereits bestellten Akkuzüge würden eine Oberleitung für den Personennahverkehr überflüssig machen.
Brechtel empfahl, das Projekt in zwei konkreten Abschnitten anzugehen: vom Ortsausgang Wörth bis zum Ortseingang Kandel und von Kandel bis Winden. Beide Abschnitte ließen sich vergleichsweise kostengünstig ausbauen. Wichtig sei, beim ZÖPNV nicht wieder eine umfassende Machbarkeitsstudie anzustoßen, sondern sich auf diese zwei Abschnitte zu konzentrieren. Laut Brechtel stünden sowohl Landrat Dietmar Seefeldt (SÜW), der dem ZÖPNV als Verbandsvorsteher vorsitzt, als auch der Germersheimer Landrat Martin Brandl als Brechtels Nachfolger hinter dem Ausbau.
Ein zweigleisiger Abschnitt zwischen Wörth und Kandel würde auch Vorteile für Kandel bringen, hieß es an dem Abend: Die Schließzeiten an den Bahnübergängen – insbesondere an der vielbefahrenen Lauterburger Straße – würden sich verkürzen. Züge aus Richtung Winden müssten nicht mehr auf der eingleisigen Strecke warten, bis der Gegenverkehr durch ist. Verspätungen, die sich heute im Laufe des Tages „aufschaukeln“ und die Linien RE6 und RB51 zunehmend unzuverlässig machen, könnten so reduziert werden, war eine weitere Prognose. Perspektivisch wäre sogar eine dritte stündliche Zugverbindung für Kandel denkbar.
Als nächster Schritt soll ZÖPNV-Verbandsdirektor Michael Heilmann nach Kandel eingeladen werden, um die Ausbaupläne aus Sicht des Zweckverbands vorzustellen.