Kommentar Bahn baut bereits aus

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Selbst wenn die neue Gütertrasse im Badischen gebaut wird, bedeutet das nicht, dass im Kreis Germersheim dann weniger Güterzüge fahren.

Nüchtern betrachtet liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Güterverkehrstrasse Mannheim/Karlsruhe entlang der B9 geplant wird, bei mittlerweile 33,3 Prozent. Alles andere ist Spekulation: Der Tunnel ist jedenfalls kein Argument, den braucht eine der beiden badischen Trassen auch. Die andere rechtsrheinische Trasse läuft oberirdisch in die Karlsruher Oststadt direkt auf ein neues Wohnviertel zu. Wenn am Ende die Frage entscheidet, wie viele Menschen betroffen sind, kann man sich die Antwort leicht ausrechnen.

Aber selbst wenn die neue Gütertrasse im Badischen gebaut wird, bedeutet das nicht, dass im Kreis Germersheim dann weniger Güterzüge fahren. Das Gegenteil wird der Fall sein. Denn die meisten in der Auswahl verbliebenen Trassenvarianten haben gemeinsam, dass über sie die Güterbahnhöfe in Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart schlecht oder gar nicht erreichbar sind. Was bedeutet, dass der Güterverkehr in und aus diesen Städten weiter auf dem heute bestehenden Schienennetz abgewickelt wird.

Und das bestehende Netz wurde im Kreis Germersheim bereits ausgebaut. Im Zuge der Automatisierung der Steuertechnik hat sich die Kapazität der Strecke Germersheim-Wörth beispielsweise verdoppelt. Bei Tag freut das den Stadtbahn-Fahrgast. Bei Nacht werden aber bald mehr Güterzüge fahren. Die Verkehrswende ist politisch und gesellschaftlich gewollt. Der einzige Akteur, der das noch verhindern kann, ist die Bahn. Deren Cargo-Gesellschaft hat jetzt die Preise um bis zu 45 Prozent erhöht.

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