Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Bagger bei Ausbau der Ottstraße kaum einsetzbar

Wegen der vielen Leitungen müssen die Löcher mit der Schaufel ausgehoben werden.
Wegen der vielen Leitungen müssen die Löcher mit der Schaufel ausgehoben werden.

Der Ausbau der Ottstraße im Zentrum von Alt-Wörth verzögert sich. Ursprünglich sollten die Arbeiten bis Anfang 2023 abgeschlossen sein, nun wird es wohl mindestens Juli kommenden Jahres. Am Montag können sich die Bürger vor Ort über den Baufortschritt informieren.

Über den Ausbau der Ottstraße wird in Wörth schon seit Jahren diskutiert, nicht erst seit im November die Bagger angerollt sind. Ortsvorsteher Helmut Wesper (SPD) wird regelmäßig nach der Planung und dem Stand der Arbeiten gefragt – nicht nur von den Anwohnern beziehungsweise den Geschäftsinhabern in der Straße. Am Montag haben die Bürger die Möglichkeit, sich vor Ort zu informieren. Wesper und zwei Mitarbeiter der Bauabteilung stehen ab 15 Uhr für alle Fragen zur Verfügung. Treffpunkt ist an der Ecke Ottstraße/Moltkestraße.

Natürlich wird die Bauverzögerung ein Thema sein. „Wir haben in der Erde Leitungen gefunden, die in keiner Karte eingezeichnet waren. Es wusste auch niemand, wem die Leitungen gehören. Das war so nicht vorhersehbar“, sagt Wesper. Aus diesem Grund konnte der Bagger nicht so wie geplant eingesetzt werden. Statt Maschinenschachtung war Handschachtung erforderlich, das heißt: Die Arbeiter mussten auf die Schaufel zurückgreifen, um die Leitungen freizulegen. Rund 20 Tonnen Erde seien mit der Hand ausgehoben worden, so Wesper. Handschachtungen sind selbstredend sehr zeitaufwendig.

Saugbagger nicht einsetzbar

Er müsse den Leuten immer wieder erklären, warum man Löcher grabe, die man anschließend wieder zuschütte, um ein paar Meter weiter wieder zu graben. „Loch auf, Loch zu. Was macht ihr da eigentlich? Diese Frage bekomme ich oft zu hören“, erzählt Wesper. Die Öffnung dieser sogenannten Kopflöcher ist erforderlich, um die Versorgungsleitungen lokalisieren zu können.

Erschwert werden die Arbeiten zudem durch die schwierigen Bodenverhältnisse. Laut Bauverwaltung handelt es sich um einen stark bindigen Boden. Bindige Böden haben einen hohen Anteil an Lehm oder Ton. Der Einsatz eines Saugbaggers ist bei diesem Boden nicht möglich.

Gehweg kann noch nicht gepflastert werden

Die Gas- und Wasserhauptleitungen sowie die Hausanschlüsse für Gas, Wasser und Schmutzwasser im südlichen Bereich der Ottstraße wurden inzwischen fertiggestellt. Der südliche Gehweg kann aber noch nicht gepflastert werden. „Das geht erst, wenn die Straße fertig ist. Sonst fehlt der Gegendruck“, erklärt Wesper. Der Gehweg wird provisorisch mit Schotter befestigt.

Im Anschluss wird der Gehweg auf der Nordseite entfernt. Dann werden die Hausanschlüsse für Gas, Wasser und Schmutzwasser an den dortigen Gebäuden erneuert. Auf Grund des sehr engen Baufeldes könnten zum aktuellen Zeitpunkt keine parallelen Arbeiten ausgeführt werden, informiert die Verwaltung weiter. Diese sind erst möglich, wenn die Bordsteine gesetzt sind. Ab diesem Zeitpunkt könnten dann auch mehrere Kolonnen auf der Baustelle tätig sein, ohne sich gegenseitig zu behindern.

Ottstraße wird Fahrradstraße

Die Stadtwerke Wörth nutzen zudem die Gelegenheit, um umfangreiche Kanalsanierungen vorzunehmen. Der erste Bauabschnitt soll spätestens bis zum 15. Mai fertig sein – und damit rund vier Monate später, als geplant. Vorgesehen sind insgesamt vier Bauabschnitte. „Wir gehen nicht davon aus, dass es bei den anderen Bauabschnitten zu weiteren Verzögerungen kommt“, sagt Wesper. Im Juli 2023 soll alles fertig sein.

Rund 1,4 Millionen Euro investiert die Stadt Wörth in den Ausbau der Ottstraße, die nach ihrer Fertigstellung zur Fahrradstraße wird. Radfahrer genießen dann Vorrang, sie dürfen von Autofahrern nicht mehr überholt werden. Die Geschwindigkeit ist auf 30 Stundenkilometer beschränkt. Die neuen Gehwege werden deutlich breiter sein als die alten. Dann gibt es auch viel mehr Platz für Bäume. Statt bisher zwölf sollen künftig 38 Bäume den Straßenrand säumen.

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