Wörth
Badepark: Preis für Kombi-Bad steigt
Das Hallenbad abreißen und in den Badepark integrieren: Die Wörther Pläne für ein Kombibad liegen seit 2017 auf dem Tisch. Im nächsten Jahr soll mit dem B au begonnen werden. Der Badespaß soll durch die Arbeiten kaum getrübt werden. Die Preise sind aber gegenüber den Schätzungen von vor vier Jahren gestiegen. Und sie werden sicher weiter steigen.
Auf rund 18 Millionen Euro wurden die Kosten geschätzt, als 2017 die ersten Pläne für das Kombibad auf dem Tisch lagen. Schon 2020 zeichnete sich für Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) ab, dass diese Summe bei weiten nicht reichen würde. Er sprach von 25 Millionen Euro, die das Projekt am Ende kosten könnte. Jetzt liegt kurz vor Baubeginn eine neue Schätzung vor: rund 23,1 Millionen Euro. Und diese Zahl wird wahrscheinlich bald schon überholt sein.
Der Grund: Der Bau des Kombi-Bads setzt sich aus zwei Teilprojekten zusammen, erläutert der für die Bäder zuständige Beigeordnete Rolf Hammel (SPD):
- die Sanierung der schon bestehenden Teile des Badeparks; für die liegt aber noch keine neue Schätzung vor, die alte lag bei rund 4,9 Millionen Euro;
- die Schaffung der neuen Strukturen, vor allem das Hallenbad; hier sind nach der einer Vorkalkulation die Kosten von 12,9 auf 18,5 Millionen Euro gestiegen.
„Wenn ich heute schon die erwartbare Entwicklung des Baukostenindex mit abschätze, komme ich auf rund 28 Millionen Euro in vier Jahren“, so Hammel. Baubeginn soll 2022 sein, Bauende 2024/25.
Kein Verzicht auf die Sauna
Die bisherige Kostensteigerung wird vor allem von zwei Posten verursacht: Der Rohbau verteuerte sich von 5 auf 7,9 Millionen Euro, die technischen Anlagen von 4 auf 6 Millionen Euro. „Wir haben natürlich nach Einsparmöglichkeiten gesucht“, so Hammel. Der einzige Einzelposten, der wesentlich die Kosten gesenkt hätte, wäre der Verzicht auf die Sauna gewesen (1,6 Millionen Euro).
„Manche Sparmöglichkeit wäre eine Abkehr vom Konzept gewesen“, stellt Nitsche klar, dass solche Überlegungen nicht weiter verfolgt wurden. Nicht nachhaltig wäre es auch gewesen, auf die Wärmerückgewinnung oder die Photovoltaik-Anlage zu verzichten: beides rentiert sich nach einigen Jahren.
Investition spart Wartung
Ähnliches gilt für den Einbau eines Stahlbeckens, das immerhin 310.000 Euro mehr als ein gefliestes Becken kostet. Der Haken: Fliesen lösen sich und bald muss jährlich der Fliesenleger kommen, so Nitsche: „Für Investitionskosten gibt es Zuschüsse, für Wartungskosten nicht – diesen Aspekt sollte man auch berücksichtigten.“
Aus diesem Grund ist die Stadtverwaltung auch bereit, rund 350.000 Euro zusätzlich für einen Kriechkeller auszugeben. Gemeint sind damit niedrige Gänge, in denen die Leitungen verlaufen. Bisher gibt es die nicht. Die Folge: „Im Badepark sind jetzt Leitungen abgerissen, weil Halterungen durchgerostet sind“, erläutert Hammel: „Um an die Stellen heranzukommen, müssen wir jetzt den Boden aufreißen.“ Und das kostet viel Geld.
Baden und Bauen
Einige Kostenrisiken verbleiben derzeit noch, so Hammel: die Außenanlagen, sprich der Parkplatz, müssen wahrscheinlich umgestaltet werden, denn sie werden mit dem Kombi-Bad dann auch im Winter genutzt. Und die geplante Verbindung der alten und neuen Teile der technischen Anlagen birgt möglicherweise heute noch nicht absehbare Herausforderungen.
Sicher ist aber, dass der Badepark während der Bauarbeiten weiter betrieben werden soll. „Das betrifft vor allem die Kernzeit von Juni bis Ende August“, so Nitsche. Kritisch seien vor allem Arbeiten an den technischen Anlagen wie der Chlorgasanlage oder den Filtern, ohne die eine Bad nicht betrieben werden kann. „Die sollen nach Möglichkeit außerhalb der Badezeiten erledigt werden“, sagt Hammel.