Wörth
Badepark-Neugestaltung: Alles hängt von den Zuschüssen ab
Rund 800.000 Euro hat die Planung des Kombibads bisher gekostet. Mit einem integrierten Hallenbad soll der Badepark zu einem Ganzjahresbad werden. Nach Abschluss des Architekturwettbewerbs „Bäderkonzept der Stadt Wörth“ und der Kürung des Siegerentwurfs im Sommer 2020 wird an den Plänen gefeilt. Bis tatsächlich mit dem Bau begonnen werden kann, werden noch weitere Planungskosten anfallen. Diese schätzt der für die Bäder zuständige Beigeordnete Rolf Hammel (SPD) auf rund eine Million Euro.
Fast wäre die Diskussion in der Stadtratssitzung am Dienstagabend wieder ins Grundsätzliche abgeglitten. Können wir uns das überhaupt leisten? Wollen wir überhaupt ein Kombibad? Bürgermeister Dennis Nitsche (SPD) erinnerte an den vor Jahren gefassten Grundsatzbeschluss und daran, dass man auch alle möglichen Alternativen bereits ausführlich diskutiert habe. „Wir haben das Hallenbad provisorisch saniert, das gibt uns fünf Jahre Zeit, aber bis dahin muss was passieren“, sagte Ursula Radwan (Grüne). Wenn man das Kombibad nicht wolle, dann müsse das Hallenbad entkernt und komplett saniert werden, und auch in das Freibad müsse investiert werden. „Oder wir haben überhaupt keine Bademöglichkeiten mehr in der Stadt, aber das wollen wir nicht“, sagte Radwan.
Angst vor „Schuldenfalle“
Die Diskussion ausgelöst hatte Egon Förster, dessen CDU-Fraktion den zweigeteilten Beschlussvorschlag, bei dem es einerseits um die Beantragung von Zuschüssen und anderseits um die „Freigabe der Genehmigungsplanung und Budgetanpassung“ ging. Die Aussagen über mögliche Zuschüsse seien zu vage. „Wir haben Schulden von 20 bis 25 Millionen Euro und jetzt sollen wir noch viel Geld in das Schwimmbad investierten. Wir haben Angst, dass wir in eine Schuldenfalle tappen“, sagte Förster. Vor allem die Budgetanpassung störte ihn. „Damit haben wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht“, so Förster, der in diesem Zusammenhang an den Bau des Kunstrasenplatzes in Maximiliansau erinnerte.
Man sei im Kern doch nicht weit auseinander, meinte Jürgen Nelson (SPD). „Aber wir müsse erst einmal die Zuschussanträge stellen, damit wir wissen, wie viel Geld wir zur Verfügung haben.“ Nelson zeigte sich optimistisch, „denn wir haben ein hervorragendes Konzept“. Dass das Bäderkonzept schließlich bei sechs Neinstimmen und einer Enthaltung mit großer Mehrheit verabschiedet wurde – auch mit Jastimmen aus den Reihen der CDU –, lag daran, dass die Budgetanpassung aus dem Beschlussvorschlag gestrichen wurde.
In zwei Jahren soll Baubeginn sein
Beschlossen wurde, bei Bund und Land Zuschussanträge zu stellen. Vor allem auf das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ setzen die Wörther Verantwortlichen große Hoffnung. Aktuell werden die Gesamtkosten laut Hammel auf 27,3 Millionen Euro geschätzt. Darin enthalten sind 4,9 Millionen für eine unumgängliche Sanierung des Badeparks. Als 2017 die ersten Pläne für ein Ganzjahresbad vorgelegt wurden, lag die Kostenschätzung bei 18 Millionen Euro. Seither seien die Kosten auf dem Bausektor explodiert. „Derzeit sieht es so aus, als würden die Preise für Großprojekte ein wenig fallen“, so Nitsche.
Die positiven Förderbescheide von Bund und Land werden im August oder September kommenden Jahres erwartet. „Dann können wir endgültig entscheiden, ob wir das machen oder nicht“, sagte Hammel. Mit dieser Vorgehensweise war der Stadtrat einverstanden. Bürgermeister Nitsche geht davon aus, dass in etwa zwei Jahren mit dem Bau begonnen werden kann – falls die Mehrheit im Stadtrat damit einverstanden ist.