Kreis Germersheim Bachmuscheln erfolgreich umgesiedelt
Im Otterbach bei Kandel war die Bachmuschel früher vertreten. Als der Bach im heißen Sommer des Jahres 2006 komplett trocken gefallen war, sammelten Mitglieder der Ortsgruppe Kandel des Naturschutzverbandes Südpfalz im Bachbett rund 500 Tiere. Ausgesetzt wurden sie im Erlenbach, in dem die Muschel früher heimisch war.
Im Sommer dieses Jahres, also neun Jahre nach der Umsiedlung, unter-suchte die aus Kandel stammende Studentin an der Universität Göttingen Berit Weibel für ihre Bachelorarbeit das Ergebnis des Umsetzens der Tiere vom Otterbach in den Erlenbach. Dabei wurde neben den Aufnahmen zur Populationsgröße der Bachmuschel auch chemisch-physikalische Untersuchungen angestellt um so die Eignung des Erlenbachs als Lebensraum für die Bachmuschel einordnen zu können. Die Untersuchungen fanden im Bachabschnitt zwischen der Kläranlage Winden bis zum südlichen Ortsrand von Hatzenbühl statt. Bei der Auswertung konnte Weibel feststellen, dass die Umsetzung des Besatzes in den Erlenbach als Erfolg zu werten ist. Außerdem kann man aus der Altersstruktur der dortigen Bachmuschel-Population auf einen vitalen und fortpflanzungsfähigen Bestand schließen. Da die Bachmuschel bis zu 30 Jahre alt werden kann, sind wohl auch noch Muscheln aus dem Otterbach dabei. Im Erlenbach gefunden wurden die ersten Bachmuscheln allerdings erst einige Kilometer unterhalb der Windener Kläranlage. Mit zunehmender Entfernung zu ihr wuchs die Population stetig an. Ähnliches gilt aber auch für die Fischfauna die nahe der Kläranlage als „nicht vorhanden“ dokumentiert wurde. Die Kläranlage hat demnach einen doppelt negativen Einfluss auf die Muschelpopulation im Erlenbach. Zum einen wirkt sich die durch die Kläranlage verursachte Gewässerbelastung direkt auf die Muschelpopulation aus und zum zweiten fehlen im Kläranlagenbereich die Wirtsfischarten, in deren Kiemen sich die Muschellarven bis zu ihrer Entwicklung zur Muschel festsetzen. Erfreulich ist dagegen die Feststellung, dass der Erlenbach etwa 8 Kilometer nach dem Kläranlagenabfluss eine gute Wasserqualität aufweist. Info Naturschutzverband Südpfalz: info@nv-s.de (wm)