Rülzheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgerbefragung: So lebt es sich für Senioren in Rülzheim

202 der Personen, die ihre Fragebögen zurückgeschickt haben, wollen auch in Zukunft in ihrer Wohnung leben.
202 der Personen, die ihre Fragebögen zurückgeschickt haben, wollen auch in Zukunft in ihrer Wohnung leben.

Rülzheim ist für die Aktion „Wohn-Punkt RLP – Wohnen und Leben im Alter“ ausgewählt worden. Orte mit bis zu 10.000 Einwohnern werden bei Wohnprojekten unterstützt.

Zum Auftakt hatten in Rülzheim 2050 Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren einen Fragebogen erhalten, um deren Bedürfnisse und Wünsche zum altersgerechten Wohnen und Leben im Dorf abzufragen. 419 von ihnen, also 20,4 Prozent, haben den Fragebogen zurückgeschickt, 35 Prozent von ihnen sind zwischen 65 und 70 Jahren, 43 Prozent zwischen 71 und 80 Jahren, 20 Prozent über 81 Jahre und älter. Die Rücklaufquote sei „ziemlich gut“, wie Martin Theodor vom Beratungszentrum Kobra (Landau) bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in einer sehr gut besuchten Einwohnerversammlung mitteilte.

Sein Büro unterstützt und begleitet seit mehr als 20 Jahren verschiedene Entwicklungsprojekte in Städten, Landkreisen und Gemeinden. Dabei stand die gezielte Beteiligung aller Zielgruppen immer im Vordergrund. Denn Projekte und Maßnahmen könnten nur dann nachhaltige Erfolge erzielen, wenn bei deren Entstehung, Gestaltung und Entwicklung möglichst alle Akteure eingebunden würden, erklärte Theodor. Ziel sei stets die Unterstützung von Gemeinden, Städten und Regionen bei ihrer Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Perspektive.

Auf- und Ausbau von Hilfsstrukturen

„Wohn-Punkt RLP“ begleite die Gemeinde bei der Umsetzung von Projekten zum altersgerechten Wohnen und Leben im Dorf, ergänzte die Beigeordnete für Senioren und Teilhabe, Birgitta Hartenstein. Ziel sei es, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf weiterhin in Gemeinschaft im vertrauten Umfeld leben können, ohne auf notwendige Wohn-, Pflege- und Unterstützungsleistungen verzichten zu müssen. Unter anderem seien Überlegungen anzustellen, wie Hilfsstrukturen im Dorf auf- und weiter ausgebaut werden können. Die Kommune sei gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Der Fragebogen sei entwickelt worden, um von den Bürgerinnen und Bürgern in der Altersgruppe wichtige Informationen zu erhalten. Dabei sei es um die Bedarfsermittlung gegangen. Auf Grundlage der Rückmeldungen könne nun überlegt werden, „wie und was genau in Rülzheim umgesetzt werden kann“, sagte die Beigeordnete. Aktuell befinde man sich in der Gestaltungsphase. Das Projekt wird vom Kobra-Beratungszentrum fachlich begleitet.

Großteil lebt gerne in Rülzheim

305 der Befragten leben gerne in Rülzheim, ergab die Auswertung der Fragebögen – was einer Note von 2,16 entspricht. „Ein hervorragender Wert“, erklärte Theodor. 320 der Personen, die ihre Fragebögen zurückgeschickt haben, leben in einer eigenen Immobilie, 338 benötigen aktuell noch keine Unterstützungsleistungen und können somit vorerst zu Hause wohnen bleiben. 262 können ihr Haus barrierefrei umbauen. 202 möchten auch in Zukunft in der eigenen Wohnung leben, wenn möglich dann mit Unterstützung durch einen ambulanten Dienst. 217 könnten sich vorstellen, ihren Alltag in einer Tagespflegeeinrichtung zu verbringen.

Bei der Frage, welche Hilfs- oder Freizeitangebote bekannt sind, gab die Mehrzahl der Befragten an, diese zwar zu kennen, aber nicht so viele nutzen sie aktuell auch. 330 sehen das Angebot an Begegnungsmöglichkeiten als ausreichend an, vermisst wird aber beispielsweise ein Café. 38 der Befragten wären auch bereit, sich selbst aktiv zu engagieren. In den nächsten sechs Monaten soll überlegt werden, wie das Projekt weiterverfolgt werden kann. Dann wird dem Gemeinderat ein Vorschlag unterbreitet. Die Umsetzung der beschlossenen Maßnahmen wird etwa zwei Jahre dauern.

Info

Am Mittwoch, 10. Juli, 18 Uhr, gibt es ein weiteres Treffen zum Sammeln von Ideen zur Umsetzung des Projekts.

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