Kreis Germersheim Bürger sollen selbst anpacken

ERLENBACH. Auf ein verstärktes Engagement seiner Bürger muss Erlenbach im kommenden Jahr setzen. Finanziell ist die Gemeinde nicht gerade auf Rosen gebettet. Und die Kreisumlage steigen weiter, bei den Kommunen bleibe immer weniger übrig, beklagt Bürgermeister Klaus Bolz.
Auch deshalb muss Erlenbach für die größte Investition noch einen Nachtragshaushalt aufstellen und bei immerhin sehr niedrigen Zinsen einen Kredit aufnehmen. Denn der Landesbetrieb Mobilität will die Haynaer und Kandeler Straße, die Kreisstraße im Ort, sanieren. Diese Kosten übernimmt zwar das Land, aber die Gemeinde würde gerne die Bushaltestelle verlegen, den Bürgersteig an einigen Stellen verbreitern und auch sonst – wenn es der Landesbetrieb erlaubt – an einigen Stellen verkehrsberuhigende Maßnahmen schaffen. Dafür müssten Gemeinde und Bürger anteilig bezahlen. Zwar steht der Ausbautermin noch nicht fest, aber der Landesbetrieb erwartet von der Gemeinde eine „Planung in Bälde“ so Bolz. „Natürlich könnten wir einfach eine neue Fahrbahndecke aufbringen lassen.“ Dann entständen keine Kosten, aber alles bliebe auch beim Alten. „Wenn wir diese Chance jetzt nicht nutzen, wird sich die nächsten 25 Jahre in dieser Straße nichts ändern“, erklärt Bolz den Handlungsbedarf. Den erforderlichen Nachtragshaushalt muss dann die Finanzbehörde genehmigen. Eine Möglichkeit, an etwas Geld zu kommen, wäre das Haus in der Hauptstraße 47 wieder zu verkaufen. Dort war ein Generationentreff geplant, der aber an den Kosten scheiterte. Wie es mit dem Haus weitergehe, müsse der Gemeinderat entscheiden, so Bolz. Er selbst favorisiere aber, das Haus und Grundstück zu behalten und über eine andere Nutzung nachzudenken. Schließlich brauche man die dazugehörige Halle für die Lagerung von Gemeindeutensilien, beispielsweise vom Theater die Bühnenelemente. Auf dem Friedhof sollen 2015 die Grabfelder A und D neu eingegrünt werden. Das könne vielleicht mit dem schon angesprochenen Bürgerengagement und mit wenig finanziellen Mitteln über die Bühne gebracht werden, hofft Bolz. Fast kostenneutral für die Gemeinde wird es spätestens Juni 2016, vielleicht auch schon früher, schnelles Internet in Erlenbach geben. Damit die Gemeinde hier nichts bezahlen musste, um an das an der A 65 liegende Glasfaserkabel von der Firma Inexio angeschlossen zu werden, musste bis Ende November eine bestimmte Anzahl von Bürgern einen Vorvertrag mit Inexio unterzeichnen. Diese Zahl wurde zum Stichtag mit knapp 70 deutlich überschritten.