Kreis Germersheim Bürger lassen Bürgerbus stehen
Die zündende Idee für die künftige Verwendung und einen angesichts der leeren Kasse sehr wichtigen, auch kosten deckenden Einsatz des Bürgerbusses wurde in der Einwohnerversammlung nicht gefunden. Auf Beschluss des Gemeinderates hatte Ortsbürgermeister Roland Kelemen eingeladen, um die Ideen der Bevölkerung zu sammeln. Jetzt muss der Rat bald abschließend entscheiden.
Der Bürgerbus befindet sich im Eigentum der Gemeinde Vollmersweiler und war Ende 2010 für 16.768 Euro angeschafft worden, um den Schülertransport in Eigenregie durch die Eltern zu ermöglichen. Die Gemeinde hat 4320 Euro zum Kaufpreis beigetragen, der weitere Betrag setzte sich aus Spenden des Landes Rheinland-Pfalz, der VR-Bank und der Sparkasse, der Pfalzwerke, des Fuchsvereins sowie von Privatpersonen zusammen. Für den Anschaffungszweck wird das Fahrzeug nicht mehr benötigt. „Im letzten halben Jahr ist der Bus in Vollmersweiler nicht genutzt worden“, sagte Kelemen. Im Einsatz ist das Fahrzeug durch die Verbandsgemeindeverwaltung Kandel sowie die Gemeinde Steinweiler, wofür Vollmersweiler pro gefahrenen Kilometer einen Betrag von 35 Cent als Erstattung erhält. Allerdings decken die Einnahmen bei weitem nicht die Kosten. Eine vor kurzem durchgeführte Wartung schlug mit 550 Euro zu Buche. Die Antriebswelle müsse nun für mindestens 850 Euro repariert und zudem neue Reifen beschafft werden, berichtete Kelemen. Wehrführer Thorsten Waibel äußerte Interesse an dem Bus, um ihn für die Jugendfeuerwehr zu verwenden und möglicherweise ein aktuelles Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr zu ersetzen. Allerdings wäre dann eine Umrüstung für Feuerwehreinsätze erforderlich und der Bus wäre für anderen Zwecke nicht mehr nutzbar. Schnell war klar, dass der Förderverein der Feuerwehr das Fahrzeug nur kaufen könnte, wenn die Verwaltung die laufenden Kosten für Steuer und Versicherung übernehmen würde. „Die Verbandsgemeinde Kandel wird den Bus nicht als Feuerwehrfahrzeug kaufen“, stellte Bürgermeister Volker Poß (SPD) eindeutig fest. Poß erneuerte jedoch sein grundsätzliches Interesse: „Wir wollen uns den Bus nicht unter den Nagel reißen, aber bevor er an einen Privaten veräußert wird, haben wir Interesse an einem Kauf.“ Die Verbandsgemeinde würde das Fahrzeug weiter wie bisher für soziale Zwecke einsetzen und allen Ortsgemeinden zur Verfügung stellen. Angeregt wurde, die Gemeinde und die beiden Vereine mögen sich zusammentun, damit der Bus im Ort bleiben könne. „Wenn wir den Bus behalten, was machen wir damit?“, fragte Kelemen. Denn für die ursprünglich vorgesehene Nutzung scheine kein Interesse mehr zu bestehen, zeigte er sich enttäuscht, dass keine Eltern zukünftiger Schüler anwesend waren. Man müsse bei einer Nutzungsänderung unbedingt mit den Spendern in Kontakt treten. Aber er sei auch bereit, mit den Vereinsvorständen zu sprechen. „Man sucht jetzt verzweifelt nach Gründen, um den Bus zu behalten. Wenn man ihn nicht mehr braucht, soll man ihn wegen der zu hohen Kosten an die Verbandsgemeinde abgeben“, war einem Anwesenden das „Rumgeeiere“ zu viel. Man könnte ihn dann ja ausleihen, wenn man ihn brauche. „Ich kann nach wie vor noch keine regelmäßige Nutzung des Busses in Vollmersweiler erkennen“, sagte Kelemen zum Ende der Diskussion. Für neu erstellte Lampenmasten müssen die Anlieger Beiträge zu den Kosten bezahlen – bis auf die Haushalte außerhalb des Ortsbereichs. Von diesen erhofft sich der Gemeinderat eine freiwillige Spende als Solidarbeitrag von mindestens 100 Euro. Die frühere Ortsbürgermeisterin Sibylle Rauch-Toussaint erinnerte sich, dass der Gemeinderat damals 250 Euro vorgeschlagen habe und appellierte an die Betroffenen, mehr als 100 Euro zu spenden. „Ich finde 100 Euro lausig“, sagte ein Anwesender. „Wenn jemand bereit ist mehr zu geben, bin ich gerne bereit mehr zu nehmen“, entgegnete Kelemen. (ali)