Karlsruhe Ausgehen und Tanzen: App-Club in der Kaiserpassage schließt

Wird bis Ende Februar noch voll sein: Die Tanzfläche im App-Club.
Wird bis Ende Februar noch voll sein: Die Tanzfläche im App-Club.

Am Samstag, 22. Februar, wird im Herzen der Innenstadt die letzte Party gefeiert. Die Location – Tanzlokal seit 1956 – wird weiter genutzt. Geschäftsführer Robert Boras zu den Gründen.

Der App-Club in der Karlsruher Kaiserpassage geht in die letzte Runde: In knapp vier Wochen, am 22. Februar, wird dort die letzte Party gefeiert. Jeder fünfte bis vierte Gast kommt aus der Pfalz. „Locker 20 Prozent, wenn nicht sogar mehr“, sagt Geschäftsführer Robert Boras.

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2010 hat der App-Club geöffnet, vorher waren dort unter anderem das „Unterhaus“, das „Normal“ und das „Peacocks“ am Start. Aber die Reihe reicht weiter zurück: Seit 1956 wird das Geschoss unter dem Kinogebäude als Tanzlokal genutzt. Die Location bleibt erhalten, verrät Boras: „Ein Nachfolger steht in den Startlöchern: neuer Betreiber, neuer Name, neues Konzept.“

Die lange Bar ist ein Anlaufpunkt.
Die lange Bar ist ein Anlaufpunkt.

Die Liste der Gründe, warum Boras den App-Club schließt, ist lang. Sie beginnt mit Persönlichem und endet beim Geld. „Mit 55 kann ich als Betreiber die Jugend nicht mehr spüren und verstehen“, sagt Boras. Das Ausgehverhalten habe sich dramatisch verändert: „Viele haben Wodka-Bull durch Matcha-Latte ersetzt.“ Soll heißen: „Die jungen Leute sind weniger nachts in Clubs unterwegs, Frühstückslokale und Bars haben dagegen Aufschwung.“ Hinzu komme, dass mittlerweile in vielen Bars auch aufgelegt werde.

Ein Blick hinter den Tresen.
Ein Blick hinter den Tresen.

In Lokalen und Bars trifft man sich meist mit Leuten, die man kennt, im Club suchten viele vor allem nach neuen Gesichtern. Aber das ist vorbei. „Das Kennenlernen geschieht nicht mehr vor Ort, sondern über die sozialen Medien, übers Handy“, sagt Boras. Hinzu komme, dass das subjektive Sicherheitsgefühl der jungen Menschen nachgelassen habe, so Boras: „Gerade die Gäste von außerhalb, beispielsweise aus der Pfalz, gehen nachts nicht mehr gerne in die Stadt.“

Aber es gebe auch wirtschaftliche Gründe, sagt Boras: „Die jungen Leute haben spürbar weniger Geld zur Verfügung als früher.“ Und das geben sie dann lieber für Highlights wie Großevents und teure Konzerte aus. Parallel seien die Betriebskosten Jahr für Jahr gestiegen: „Irgendwann macht das wirtschaftlich keinen Spaß mehr“, so Boras. Der Unternehmer, der auch über Standbeine außerhalb der Gastronomie verfügt, will keinen Club- oder Disco-Betrieb mehr aufmachen.

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