WÖRTH Aus Spritzenhaus wird Domizil für Leseratten

Das Rot in der Bücherei soll an die ehemaligen Nutzer erinnern.
Das Rot in der Bücherei soll an die ehemaligen Nutzer erinnern.

Die früheren Bewohner des umgebauten Hauses löschten Feuer, die neuen löschen Wissensdurst.

Im ehemaligen Feuerwehr-Spritzenhaus an der Dammschule im alten Ortsteil von Wörth ist jetzt eine moderne Schul- und Familienbibliothek eingerichtet worden, die auch außerhalb der Schulzeiten für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

„Diese neue Zweigstelle mit doppelter Funktion ist der letzte Baustein in unserem Bibliotheksnetzwerk, dem Wörther Modell mit dezentralen Einrichtungen in allen Ortsteilen. Nur in Schulbibliotheken erreichen wir alle Kinder“, erklärte Helga Harnik, die Leiterin der Stadtbibliothek.

Eine besondere Aufmerksamkeit der zahlreichen Besucher rief die Architektur des Gebäudes hervor, für die Architektin Winnie Breu aus Karlsruhe verantwortlich zeichnete in Zusammenarbeit mit der Bau- und Facilityverwaltung der Stadt.

Nicht nur Rot ist geblieben

Der für die Kultur zuständige Erste Beigeordnete Rolf Hammel erläuterte dazu, dass auch nach dem Umbau das ehemalige Feuerwehrhaus „Spritzenhaus“ noch als solches erkennbar bleiben sollte. Das alte Eingangstor für die Feuerwehrleute blieb erhalten und das Ausfahrtstor wurde wieder geöffnet. In diese Öffnung wurde eine Bühne für Veranstaltungen geschoben, die im täglichen Gebrauch als Leseraum genutzt wird – mit Blick auf die Straße. Weitere Öffnungen zum Pfarrgarten wurden geschaffen, die als Lese- und Arbeitsbereiche genutzt werden können. Die farbliche Gestaltung durch das Rot soll an die frühere Nutzung des Raumes erinnern. Die seitlich aufgehängten Feuerwehrschläuche sind im Eingangsbereich durch eine verglaste Deckenöffnung sichtbar. Ebenso sind die Holzbalken und Leitungsrohre noch erhalten geblieben.

„Dieses Engagement hat auch landesweit Beachtung gefunden, weshalb dafür finanzielle Zuwendungen geflossen sind“, führte Hammel aus. Das Landesbibliothekszentrum habe mit 20.000 Euro die Ausstattung der Räume mit Medien und Mobiliar gefördert. Für den Umbau in Höhe von 475.000 Euro wurden 300.000 Euro an Zuwendungen bereitgestellt, für die Sanierung der Toilettenanlagen in Höhe von 140.000 Euro 97.000 Euro.

Lesen ist wichtig

Der Staatssekretär im Kulturministerium, Jürgen Hardeck, hob am bundesweiten Vorlesetag die Bedeutung des Vorlesens und Lesens hervor. „Diese gelungene Gestaltung und anheimelnde Grundinfrastruktur der Schul- und Familienbibliothek ist für die Bevölkerung in der Zeit des Internets und der Digitalisierung von großer Bedeutung. Lesen ist keine Kulturtechnik, auf die man verzichten kann, keine lästige Pflicht.“ Lesen/Vorlesen mache Freude, sei der Schlüssel schlechthin, um sich in der Gesellschaft zurecht zu finden „und hat deshalb einen hohen Stellenwert, an den man möglichst früh heranführen sollte“.

Schulleiterin Katrin Wittauer sprach von einem „wunderschönen Anlass, von Vorfreude, die längere Zeit dauerte und jetziger Freude, da die Wünsche der Schüler und Erwachsenen durch besondere Zaubertöpfe der Architektin umgesetzt wurden“.

Zum Abschluss der Einweihungsfeier trat die Theater AG mit Schülern aus verschiedenen Klassenstufen als „Sieben Clowns and books“ mit „Bücherei“ auf, ehe zum Tag der offenen Tür mit einem großen Angebot an Veranstaltungen und Lesungen eingeladen wurde.

Zum Abschluss der Einweihung hatte die Theater-AG einen Auftritt.
Zum Abschluss der Einweihung hatte die Theater-AG einen Auftritt.
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