Kreis Germersheim Aus Aleppo zu den Büchelberger Sternsingern

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BÜCHELBERG. Der christliche Brauch, dass Sternsinger nach Weihnachten durch die Dörfer ziehen und Spenden sammeln, stammt aus dem 16. Jahrhundert und geht auf die drei Weisen Caspar, Melchior und Balthasar zurück. Die kamen aus dem Morgenland nach Bethlehem. Wobei mit Morgenland oder Orient jener Erdteil bezeichnet wird, der von Europa betrachtet im Osten bis Südosten, in Richtung der aufgehenden Sonne liegt.

Und aus dem Morgenland, aus Aleppo, kommt auch Yamen Hamue, der dieses Jahr mit den Büchelberger Sternsingern unterwegs war, um Spenden für notleidende Kinder zu sammeln. Yamen geht in die erste Klasse, spielt in Büchelberg Fußball und ist ganz selbstverständlich von den Kindern in die Dorfgemeinschaft integriert. „Des isch schun än Büchelberger“, erklärt Rita Bähr, die sich zusammen mit einer größeren Helferschar im Dorf um drei Flüchtlingsfamilien kümmert. Rita Bähr beschreibt es als sehr gutes Miteinander, denn am Heiligen Abend hat sogar das leibhaftige Christkind die Flüchtlinge mit Geschenken beglückt, die im Dorf gesammelt worden sind. „Eines der Flüchtlingsmädchen hat mich in die abendliche Christmette begleitet“, ergänzt Bähr und legt großen Wert darauf, dass damit keinesfalls eine religiöse Beeinflussung der muslimischen Familien verbunden ist. „Nächstenliebe heißt unser Credo, und wir wollen gut miteinander auskommen.“ Und dieses Miteinander funktioniert, denn die Helfer waren schließlich auch schon beim Zuckerfest der strenggläubigen muslimischen Familie Yamens eingeladen. Und die älteren Mädchen hatten wiederum freiwillig beim Altennachmittag mit geholfen. Dass nicht alles reibungslos funktioniert will Bähr nicht verschweigen, aber mit einem gewissen Maß an gegenseitigem Respekt, Verständnis und Verstehen ist Vieles machbar. Deshalb freut sie sich, dass die meisten Zuwanderer Deutschkurse besuchen und gegenseitiges Verstehen erleichtert wird. „Und letztendlich hat diese Aufgabe unsere Dorfgemeinschaft sogar zusammengeschweißt, denn wenn ein Problem auftaucht, wenn etwas gebraucht wird, wenn Arztbesuche anstehen, dann gibt es in unserem kleinen Dorf den ganz kurzen Austausch untereinander und die schnelle Unterstützung durch unsere Büchelberger Helfertruppe“. |bp

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