Kreis Germersheim Auf Schulcampus beginnt eine neue Ära

Ein Schild von der Hauswand abzuschrauben zählt zu den leichtesten Übungen für einen Hausmeister. Wenn dies aber in den nächsten Tagen an der Integrierten Gesamtschule (IGS) und Realschule Plus in Rheinzabern passiert, dann ist es mehr als die Demontage einer kleinen Tafel - es ist das Ende einer Ära auf dem Schulcampus Rheinzabern. Ab dem Schuljahr 2014/15, das am 1. August beginnt, wird es dort nur noch eine IGS und keine Realschule Plus mehr geben.
„Wir haben es mit Stolz und erhobenen Hauptes zu Ende gebracht“, sagt Ingo Lücking, stellvertretender Schulleiter der IGS und Realschule Plus. Er blickt zufrieden zurück auf fünf Jahre Verbundschule. Wehmut, ob des Abschieds von diesem Schulzweig, kommt keineswegs bei ihm auf: „Die war vielleicht vor fünf Jahren da, weil man nicht genau wusste, was kommt“. Heute wisse man aber, dass die Zukunft rosig aussehe. Ihren Anfang nahm die nun endende Geschichte 2009. Im Zuge der Schulreform in Rheinland-Pfalz wurden die Hauptschule und die Realschule zur neu geschaffenen Realschule Plus zusammengeführt. Diese neue Schulform wiederum wurde zugleich in die bestehende IGS eingegliedert. Das Besondere: Nicht zwei getrennte Schulen mit eigenen Schulleitungen unter einem Dach vereint, wie in Rülzheim oder Wörth praktiziert. Es entstand eine Verbundschule, die in Pete Allmann einen Schulleiter hatte. Ein Modell, das es im Land nicht häufig gibt: „Üblich sind getrennte Schulen“, so Allmann. Die Skepsis, die die Neuerung mit sich brachte, verflog schnell. Mit Sicherheit auch, weil Allmann das Projekt mit viel positiver Energie anging. Probleme habe es für ihn nie gegeben, „das waren immer nur Herausforderungen“. Zudem achtete er darauf, dass sich die neue Schulleitung aus altbekannten Gesichtern zusammensetzte. Lücking war vor dem Zusammenschluss bereits stellvertretender Schulleiter der Realschule, der aktuelle Stufenleiter der Klassen 9/10, Ulf Schlenker, Leiter der Hauptschule. Die bekannten Köpfe seien die Brücke zwischen den einzelnen Schulzweigen gewesen, sagt Allmann. Die Zusammenarbeit habe auf Anhieb reibungslos funktioniert. Nicht nur auf oberster Ebene, auch im Lehrerzimmer habe gutes Miteinander geherrscht. „Wir haben in diesen fünf Jahren viel gelernt und voneinander profitiert“, so Allmann. Auch unter den Schülern habe es keine Vorbehalte oder Berührungsängste gegeben. „Das war absolut problemlos. Die Schüler haben alle die gleiche Raucherecke genutzt“, sagt Lücking und grinst. Mit der Abschlussfeier der 44 Realschul-Plus-Abgänger am letzten Donnerstag im Jockgrimer Ziegeleimuseum hat die Verbundschule Rheinzabern nun ihr Ende gefunden. Lücking sprach dabei von einem „großen Moment“, denn der „Rheinzaberner Weg“ sei durchweg eine Erfolgsgeschichte gewesen. „Wir mussten vieles neu erfinden und waren damit sehr erfolgreich“. Sehr erfreulich ist die Tatsache, dass die letzten Abgänger der Realschule allesamt eine Ausbildungsstelle oder einen Platz auf einer anderen Schule gefunden haben. Einziger Wermutstropfen: Diejenigen, die das Abitur anstreben, können nicht direkt in die IGS-Rheinzabern wechseln. Denn eine Oberstufe wird es bei genügend Anmeldungen dort erst ab dem übernächsten Schuljahr 2015/16 geben. Damit ist klar, dass es auch weiterhin neue Herausforderungen für Allmann und sein Schulleitungsteam geben wird. (cde)