Kreis Germersheim Auch künftig Leiharbeiter übernehmen

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„Ein Drittel der heutigen Stammbelegschaft in der direkten Produktion kam zu uns als Leiharbeiter“, sagt Thomas Zwick, Betriebsratsvorsitzender des Daimler Lastwagenwerks Wörth. Das sind 2000 Menschen, die heute einen festen Vertrag haben. Davon können die 470 Leiharbeiter, die zurzeit im Werk arbeiten, nur träumen. Sie leben zwischen Hoffen und Bangen. Ihre Verträge laufen Ende Februar aus. Ob sie verlängert werden? Das wissen die Götter. Und die sitzen in Stuttgart.

Der Betriebsratsvorsitzende Zwick dagegen sitzt in Wörth und wartet noch auf ein Gespräch über die auslaufenden Verträge. Aber er weiß, wie es im Werk aussieht: „Nicht nach einem Krisenjahr“, sagt er. Der Auftragseingang über den Jahreswechsel war „nicht schlecht“, geplant sei für Januar und Februar der Bau von 376 Lastwagen täglich. Das ist die zweithöchste Produktionsstufe, maximal möglich sind auf Stufe Fünf 400 Lastwagen täglich. „Wir gehen momentan von einem normalen Jahr aus“, sagt Zwick. Er schränkt aber ein: „Das kann in vier, acht Wochen wieder anders aussehen.“ Unsicherheiten, mit der in Deutschland längst nicht mehr nur Unternehmer und Manager leben müssen – sondern auch Leiharbeiter. Ihre Verträge haben im Daimlerwerk Wörth Laufzeiten zwischen zwei und sieben Monaten. Auch wenn die Verträge sich dann jahrelang aneinanderreihen: „Für die Betroffenen ist jeder Vertragsauslauf immer wieder eine Belastung“, so Zwick: „Die Menschen haben nie Planungssicherheit.“ Wer Glück hat, erhält einen auf zwei Jahren befristeten Vertrag mit Daimler. Danach kommt dann die Festanstellung. „Das ist der normale Weg“, so Zwick. Zuletzt gingen ihn 100 Mitarbeiter im Sommer. Ob ihnen noch weitere folgen werden? Besser wäre es, auch für das Unternehmen, ist Zwick überzeugt. Er verweist auf den mittlerweile hohen Anteil ehemaliger Leiharbeiter an der Stammbelegschaft. „Das Werk muss auch für Leiharbeiter attraktiv bleiben“, sagt Zwick. Wenn es schon Leiharbeit gebe, müsse man den Menschen wenigstens eine Perspektive geben. Oder es ihnen frühzeitig sagen, wenn sie im Werk auf Dauer keine Zukunft haben. Bei alledem betont Zwick, dass er kein Freund der Leiharbeit ist. „Aber wir müssen damit leben“, sagt er. Wobei das immer schwerer falle. Früher habe es geheißen, mit der Leiharbeit sollten die Spitzen abgedeckt werden. „Heute habe ich das Gefühl, dass wir schon die normale Produktion nicht mehr ohne Leiharbeiter fahren könnten.

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