Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Asklepiosklinik: Nicht nur Haupteingang bekommt neuen Platz

Die Wochen dieses Haupteingangs zur Kandeler Klinik sind gezählt.
Die Wochen dieses Haupteingangs zur Kandeler Klinik sind gezählt.

Nach den Ferien rollen an der Asklepiosklinik die Bagger an. Der Abriss des Verwaltungstraktes und der Neubau rücken näher. Doch schon vorher werden die Kandeler eine Veränderung wahrnehmen.

Die Bauarbeiten werfen ihren Schatten voraus: Im Verwaltungstrakt der Asklepiosklinik werden derzeit Kisten gepackt. Beim Gespräch mit Frank Lambert, Geschäftsführer der Südpfalzkliniken, fällt auf, dass an allen Stühlen und Schränken gelbe Zettel kleben. Der Umzug stehe kurz bevor, sagt Lambert und blickt etwas wehmütig auf das Büro, in dem er in den vergangenen sieben Jahren gearbeitet hat. Doch die Veränderungen sind an dieser Stelle noch nicht von außen sichtbar: Der Verwaltungstrakt wird erst von innen ausgehöhlt, Ende September sollen die Bagger anrollen, um das Gebäude abzureißen.

Die Arbeiten für den Haupteingang an der rückwärtigen Seite des Gebäudes laufen.
Die Arbeiten für den Haupteingang an der rückwärtigen Seite des Gebäudes laufen.

Dann läuft der lange geplante Umbau: Die zentrale Notaufnahme, der OP-Bereich und die Intensivstation bekommen komplett neue Räume. Diese sollen entlang der Luitpoldstraße errichtet werden, geplant ist ein dreistöckiges Gebäude. Ein Grund für diese Pläne ist, dass der Brandschutz in dem Gebäude aus den 1970ern nicht mehr in allen Gebäudeteilen den Vorschriften entspricht. Die Betriebsgenehmigung für diese Bereiche läuft Ende 2024 aus. Man liege im Bauzeitenplan der Klinik, sagt Lambert. Dabei handelt es sich um ein Großprojekt mit einem Investitionsvolumen von 90 bis 100 Millionen Euro. Etwa 65 Millionen davon werden vom Land finanziert.

So soll die Klinik künftig von Westen betrachtet aussehen.
So soll die Klinik künftig von Westen betrachtet aussehen.

Man hoffe, dass der Neubau spätestens Ende 2026 fertig sei, sagt Lambert. Danach werden noch die Funktionsgebäude abgerissen und neu gebaut. Deshalb wird der Haupteingang noch bis Ende 2028 umziehen: Für die nächsten Jahre führt der Weg über einen Eingang im Bereich der Cafeteria, im Erdgeschoss des Bettenhauses in die Klinik. Erst wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, wird der Haupteingang wieder an der gewohnten Stelle sein. Denn ab Ende 2026 wird dieser Zugang zunächst vom Rettungsdienst genutzt.

Der neue Haupteingang soll ab 2028 genutzt werden können.
Der neue Haupteingang soll ab 2028 genutzt werden können.

Die Bettenräume und die Diagnostik sind zwar nicht von den Umbauarbeiten betroffen. Dennoch wird es unvermeidlich sein, dass die Patienten etwas mitbekommen. „Abbrucharbeiten sind mit Lärm verbunden“, sagt Lambert. Natürlich gehe die Sicherheit vor. So würde man sich während der Bauarbeiten auch mit Ärzten vor großen Operationen abstimmen. „Aber die Patientenströme sind nicht beeinflusst, wir sind immer voll arbeitsfähig.“ Etwas enger zusammenrücken müssen die Klinikmitarbeiter in der Verwaltung. „Wir bekommen alle hier unter“, sagt Lambert.

Der aktuelle Hubschrauberlandeplatz an der Klinik.
Der aktuelle Hubschrauberlandeplatz an der Klinik.

Auffallen wird den Kandelern jedoch etwas anderes: Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Parkplatz der Klinik wird in den nächsten Wochen umziehen. Zum einen kommt an diese Stelle ein Containerdorf für die Bauarbeiten, zum anderen wären aufgrund der Kräne ein sicherer Anflug nicht mehr gewährleistet. Deshalb wurden zusammen mit Vertretern der Stadt verschiedene Orte geprüft, die Entscheidung fiel für das Gelände des Adamshofs. Dort wird für die kommenden Jahre nahe der Straße ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet. „Das ist von der Entfernung her unkritisch“, sagt der Geschäftsführer. Größere Steine müssten noch umgeräumt werden, außerdem vier Bäume gefällt. Ein Rettungswagen wird dort nicht stationiert, sondern im Notfall während des Fluges aktuell gerufen.

Der Hubschrauberlandeplatz zieht während der Arbeiten an den Adamshof.
Der Hubschrauberlandeplatz zieht während der Arbeiten an den Adamshof.

Etwaige Pläne aus Berlin zur Umstrukturierung der Krankenhauslandschaft sorgen derweil nicht für Trubel: „Wir als Südpfalzklinik haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Lambert mit Blick auf die Pläne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), die Anzahl der Kliniken zu reduzieren. Inzwischen haben sich beide Standorte spezialisiert: Während in Kandel die Akut- und Notfallmedizin angesiedelt ist, samt Gastroenterologie, Kardiologie und Geriatrie, hat sich Germersheim unter anderem auf Psychosomatik und die neurologische Früh-Reha spezialisiert. „Ich gehe davon aus, dass beide Häuser bestehen bleiben.“

In der Klinik steht schon die Empfangstheke für den neuen Haupteingang.
In der Klinik steht schon die Empfangstheke für den neuen Haupteingang.
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