Germersheim / Kandel RHEINPFALZ Plus Artikel Asklepios-Kliniken sichern sich mit Stipendien den Nachwuchs

Corinna Schneider (Klinikmanagerin, links) und Marianne Heurich (Personalleiterin, rechts) kümmern sich um Nina Krumrey (Stipend
Corinna Schneider (Klinikmanagerin, links) und Marianne Heurich (Personalleiterin, rechts) kümmern sich um Nina Krumrey (Stipendiatin, Mitte).

Die Südpfalzkliniken loben jetzt Förderungen für angehende Ärztinnen und Ärzte aus. So funktionieren die Exzellenz-Stipendien für Mediziner.

Von der Vorbereitung des Operationssaals hin zum Beruf der Ärztin: Diesen Weg legt derzeit Nina Krumrey zurück. Die junge Frau aus der Region Landau hatte zunächst in der Kandeler Asklepiosklinik die Ausbildung zur Operationstechnischen Assistentin absolviert und dabei die Liebe zur Medizin entdeckt. Nun unterstützt sie der Asklepios-Verbund finanziell beim Medizin-Studium. Die Südpfalzkliniken sehen in Krumrey „ein Beispiel dafür, wie wichtig motivierte und leidenschaftliche Nachwuchskräfte sind“, teilte der Geschäftsführer der Südpfalzkliniken, Frank Lambert, mit. Solche Talente wolle man an sich binden. Hintergrund sind die sogenannten Exzellenz-Stipendien, die nun auch für die Südpfalz vergeben werden.

Derzeit befindet sich der Eingang zur Asklepiosklinik in Kandel wegen der Bauarbeiten auf der Rückseite des Gebäudes.
Derzeit befindet sich der Eingang zur Asklepiosklinik in Kandel wegen der Bauarbeiten auf der Rückseite des Gebäudes.

Mit dieser Unterstützung von angehenden Ärzten will der Asklepios-Konzern dem Fachkräftemangel entgegen wirken. Das Prinzip funktioniert so: Seit 2023 werden die sogenannten Exzellenz-Stipendien für Medizinstudierende des Asklepios-Campus Hamburg der Semmelweis Universität (ACH) vergeben, die ersten vier Semester sind in Budapest angesiedelt, danach geht es nach Hamburg. Es gibt also eine finanzielle Unterstützung, konkret die Förderung des kompletten klinischen Studiums am ACH vom fünften bis zwölften Semester – also 17.800 Euro pro Jahr, insgesamt 71.200 Euro.

Kooperationen

Kooperiert wird mit Asklepioskliniken in ganz Deutschland, der Regionalbereich Südpfalz und der Regionalbereich Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit dem Burgenlandkreis. Im Gegenzug erklären sich die Studierenden verbindlich bereit, nach Abschluss des Diplomstudiums mindestens vier Jahre an ausgewählten Klinik- oder Praxisstandorten tätig zu sein. Im Falle des Stipendiums für die Region Pfalz/Hessen „in einer Asklepios-Klinik in der Südpfalz, Bad Salzhausen, Bad König oder Falkenstein“. Dabei gehe es nicht nur um die reine Ausbildungsförderung: Ziel sei es, langfristig ein Netzwerk junger Mediziner aufzubauen, „die fachlich exzellent ausgebildet sind und sich zugleich eng mit der Region verbunden fühlen“, heißt es in der Mitteilung. Auch ein Mentoring ist Teil des Programms.

Die Studenten starten in der Regel im fünften Semester und haben noch vier Jahre Studium vor sich, heißt es auf Anfrage der RHEINPFALZ. Das heißt, bisher hat noch keiner das Studium abgeschlossen und mit der Arbeit in der Südpfalz begonnen. „Der erst Jahrgang wird 2028 mit der Facharztweiterbildung in der Südpfalz starten.“ Dabei kann die Fachrichtung frei gewählt werden.

Mehr Bewerber als Plätze

Die Stipendien sind gefragt: „Es gibt in jedem Jahr mehr Bewerbungen als Plätze vergeben werden können“, bestätigt das Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um die Abiturnote, auch andere Qualifikationen zählen: Um die besten Kandidaten auszuwählen sind neben den bisherigen Leistungen im Studium – bis zum Start des Stipendiums wurde bereits das Physikum absolviert – „auch soziales Engagement und die persönliche Motivation relevante Kriterien“, so eine Sprecherin.

Nina Krumrey beginnt jetzt mit dem Physikum und ist in mehrerer Hinsicht eine Ausnahme. Denn eigentlich werden pro Jahr vier Stipendiaten für die Südpfalz vergeben. „In diesem Jahr haben wir eine Ausnahme gemacht und mit Frau Krumrey eine fünfte Person aufgenommen“, heißt es von den Südpfalzkliniken. Dies sei vor dem Hintergrund der besonderen Leistungen der jungen Frau geschehen. Sie wird bereits ab dem ersten Semester an der Semmelweis-Universität in Budapest unterstützt. „Dabei handelt es sich jedoch um eine Ausnahme.“

Auswahlprozess

Der Auswahlprozess sieht so aus, dass sich die jungen Frauen und Männer bei der Asklepios Medical School in Hamburg bewerben. Dort finden erste Gespräche statt. Anschließend gibt es im Rahmen eines Auswahlgremiums nach einem Interview eine Entscheidung über die jeweiligen Vergaben zu den Stipendiaten. In diesem Jahr waren ärztlicherseits der ärztliche Direktor der Klinik in Bad König sowie der Chefarzt der Kandeler Notfallmedizin, Manuel Lingner, beteiligt.

Kontakt

Weitere Informationen zu den Stipendien finden sich unter www.asklepios.com/ach/bewerbung/Asklepios-Exzellenz-Stipendium

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