Kreis Germersheim Arbeit und Leben vereinbaren

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„Wir sind viele. Wir sind eins“, unter diesem Motto stand die gestrige Maifeier der DGB Region Vorder- und Südpfalz im Deutschen Gewerkschaftsbund an der Grillhütte in Kandel. Wolfgang Förster vom Betriebsrat der Daimler Benz AG konnte trotz widrigen Wetters eine stattliche Besucherschar begrüßen.

Sein Spruch „Der 1. Mai ist unser Feiertag, weil wir an diesem Tag marschieren und unsere Einheit demonstrieren“, verfehlte nicht seine Wirkung. Die Kundgebung stand ganz im Zeichen der Arbeit von verschiedenen Gewerkschaftsorganisationen. Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Geschäftsstelle in Neustadt, Ralf Köhler, betonte in seinem Grußwort, es gehe für die Gewerkschaften darum, zuzuhören, um zu wissen, was die Menschen wollen und seine Organisation werde kräftig trommeln, damit dies auch gelinge. „Wir brauchen Bildungschancen, denn Bildung ist Voraussetzung für Teilhabe und darum kämpfen wir. Eine bessere Qualifizierung muss Vorrang haben vor Vermittlung in unsichere, schlechter bezahlte Jobs.“ Hauptredner des Vormittags war der ehemalige Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck aus Steinfeld. In einer emotionalen, freien Rede dankte er zunächst allen, die sich engagieren und appellierte an alle: „Macht mit in gemeinnützigen Organisationen. Wir sind viele, aber wir sind nicht genug, darum werdet Mitglied und setzt euch ein für eine faire Gesellschaft.“ Bei den kommenden Wahlen sei es wichtig, daran teilzunehmen, um wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Initiative müsse von den Menschen ausgehen und nicht von den Kapitalgesellschaften, betonte er. Und weiter: „Wir brauchen Arbeitszeiten, die Arbeit und Leben vereinbar machen. Nur eine gerechte Gesellschaft ist eine erfolgreiche Gesellschaft. Es braucht dafür gewisse Regeln. Wichtig ist regelmäßige Arbeitszeit und regelmäßige Freizeit. Wer eine gute Ausbildung hat, muss auch gute Arbeit bekommen, und Arbeit darf nicht höher besteuert werden als Kapital. Lasst uns hinterfragen, was dahintersteht.“ Neben den Reden war auch eine besondere Ausstellung vorbereitet zum Thema „Asyl ist Menschenrecht“. Es ging um die Initiative „Respekt untereinander“. Behinderte und Nichtbehinderte sollen die gleichen Chancen haben. Für musikalische Unterhaltung sorgte DJ Andi. Am Nachmittag konnten sich Familien am Kinder- und Familienprogramm beteiligen.

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