Kandel
Anwohner klagen über Raser in der Saarstraße
Anlässlich der jüngsten Sitzung des Stadtrates nutzten die beiden Anwohner Hermann Getto und Walter Scherrer die Einwohnerfragestunde, um die Probleme in der Saarstraße wieder einmal zu veranschaulichen. Sie wollten die Stadt bitten, hier endlich etwas zu tun. Denn versprochen wurde den Menschen in Oberkandel schon lange, dass die Saarstraße (Bundesstraße 427) ausgebaut werde und man dann auch an Verkehrsberuhigungsmaßnahmen gehen werde.
Doch dann passierte lange nichts, denn am anderen Ende der Bienwaldstadt war zunächst einmal die Rheinstraße an der Reihe. Auch dort beschwerten sich die Anlieger über die Lärmbelästigung durch den Autoverkehr. Es dauerte lange, nicht nur der Ausbau der Straße mit der Erneuerung des Leitungssystems selbst, sondern das ganze Prozedere, ehe man hier auf Dauer Tempo 30 wegen des Lärmschutzes einrichten konnte. Der Landesbetrieb Mobilität, der für die Unterhaltung der Bundesstraße zuständig ist, knickte schließlich vor dem Protest der Anwohner ein. Und auch die zuständigen Behörden gaben „grünes Licht“. Eine Bürgerinitiative hatte sich durchgesetzt, nach langem Hin und Her.
Kein Tempo 30 in Bundesstraße möglich
Soweit ist es in der doch wesentlich längeren Saarstraße noch lange nicht. Hier gilt Tempo 50, weil es eine Bundesstraße ist. Ähnlich wie im benachbarten Minfeld, wo zwar überall Tempo-30-Zonen eingerichtet sind, nur nicht in der Hauptstraße (weil Bundesstraße) und nicht in der Holzgasse (weil Kreisstraße). Viele Parkbuchten befinden sich versetzt an den Straßenrändern, oft ist ein schnelleres Fahren wegen des hohen Verkehrsaufkommens auch gar nicht möglich. Und manchmal fehlen auch die Lücken für die Fahrer, die keine Übersicht haben, glauben weiter fahren zu können und dann plötzlich wieder einscheren müssen. Doch Parklücken sind hier rar.
Keine baulichen Einschränkungen gibt es allerdings auf dem Straßenabschnitt zwischen dem Netto-Markt und der Bushaltestelle (nahe Saarstraße 57). Die ausgewiesenen Parkbuchten befinden sich hier alle auf dem Gehweg auf der nördlichen Straßenseite. Autofahrer haben hier die gesamte Straße für sich, und das nutzen viele auch schamlos aus, finden Getto und Scherrer. Und seit der Bebauung im Neubaugebiet „K2“ hat die Verkehrsbelastung hier nochmals zugenommen.
Hoffen auf elektronische Anzeige
Im Gespräch mit der RHEINPFALZ schlagen sie vor, diese Parkbuchten auf die Straße zu verlegen, versetzt, wie im restlichen Bereich der Saarstraße auch. Die Aufstellung von Schildern nütze nämlich nicht viel, so lange nicht häufiger kontrolliert werde. Das könnte übrigens dann passieren, wenn die Verkehrsüberwachung durch die Kommunen erfolgt. Einen entsprechenden Beschluss hat der Verbandsgemeinderat vor einiger Zeit bereits mit großer Mehrheit gefasst. Demnächst ist mit dem Einsatz des Blitzers zu rechnen.
Auf die Erneuerung der Straßenfahrbahn zu warten, sei müßig, so die beiden Anwohner der Saarstraße. Zu lange habe man dies versprochen bekommen. Hermann Getto und Walter Scherrer sind nicht alleine mit ihrem Anliegen. Während eines Vor-Ort-Termins kommt eine junge Frau vorbei, die ebenfalls vom Verkehrslärm genervt ist. Auch ihr habe man vor einiger Zeit schon versprochen, dass die Saarstraße ausgebaut werden soll. „Vielleicht“, so Getto und Scherrer, „sollten auch wir eine Bürgerinitiative gründen, um unsere berechtigten Interessen durchzusetzen.“ Eines jedoch könnte die Stadt recht schnell tun: Die elektronische Anzeigetafel mit Angabe der gefahrenen Geschwindigkeit müsste hier einmal installiert werden. Sie könnte schon erste Fahrer abschrecken und vielleicht zum Nachdenken bringen, so hofft man jedenfalls an der Saarstraße in Oberkandel.