Kreis Germersheim Angriffspunkt Smartphone

Wörth. „Auch mit Smartphones sollte man nicht schutzlos ins Netz gehen“, gibt Polizeikommissar Dennis Sturm von der Polizei Wörth einen ersten Ratschlag. Virenscanner, wie sie auf den meisten Heimcomputern im Einsatz sind, gibt es auch für moderne Mobiltelefone. Hier sollte auf die Produkte namhafter Anbieter zurückgegriffen werden. Schadsoftware kann auf nicht geschützten Telefonen zum Beispiel unbemerkt Verbindungen zu kostenpflichtigen Sondernummern aufbauen. Späh-Trojaner versuchen, persönliche Daten auszulesen; auch Bilder können versendet werden. Ebenfalls stark zugenommen hat die Verbreitung von Banking-Trojanern, weiß Bernd Kumpf vom Sachbereich „Zentrale Präventionsarbeit“ in Ludwigshafen. Das sogenannte mTan-Verfahren, bei dem der Nutzer von seiner Bank Transaktionsnummern aufs Handy übermittelt bekommt, gilt laut Polizei als nicht mehr sicher. Auch Schadprogramme, die das Handy mit einem Sperrbildschirm versehen, wurden bereits bei der Wörther Polizei gemeldet. Das Programm behauptet, der Besitzer habe eine Straftat im Netz begangen und verlangt eine Zahlung per Guthabenkarte, um die Sperre zu lösen. Dieser Aufforderung sollte auf keinen Fall nachgekommen werden, erklärt Sturm. Wer auf die haltlose Erpressung eingeht und die anonyme Zahlungsweise nutzt, hat keine Chance sein Geld wieder zu sehen. Und auch die Sperre wird vermutlich nicht gelöscht. Kumpf rät dazu, nur Programme aus den offiziellen App-Stores zu laden. Bei ganz neuen Apps sollte der Nutzer jedoch vorsichtig sein – besser etwas abwarten, ob das Programm nach einer Woche noch im Store zu finden ist. Ein Problem stellen verlorene und gestohlene Smartphones dar. „Der Besitzer sollte sich immer überlegen, was passiert, wenn sein Telefon abhandenkommt“, rät Sturm. Wer schutzlos Nachrichten, Adressen, Termine und Fotos speichert, kann schnell zum Opfer von Mobbing und Erpressung werden. Smartphones sollten zumindest mit einem Pin-Code gesperrt werden, empfiehlt Sturm. Um keine Anhaltspunkte für häufig gedrückte Ziffern zu hinterlassen, sollte der Touchscreen immer wieder abgewischt werden. Die Sicherung durch Fingerabdruck ist laut Kumpf eine gute Lösung. Jedoch: „Finger weg von Gesichtserkennung, Fotopuzzle oder Wischgesten!“ Smartphones mit aktuellen Betriebssystemen haben die Möglichkeit bei einem Verlust geortet zu werden, so lange das Telefon aktiv ist und niemand die komplette Software getauscht hat. Dies ist auch per Webanwendungen vom Computer aus möglich. Auch die Polizei kann hier Hilfestellung geben. Je mehr der Nutzer über sein Mobiltelefon weiß, umso besser kann die Polizei behilflich sein. Auch das Löschen aller Daten per Fernaktivierung bieten manche Geräte an. Eine Option, die im Notfall gezogen werden kann. Generell ist jedes Handy, das mit seiner eindeutigen Nummer im Mobilfunknetz registriert ist, ortbar. Jedoch funktioniert das nicht so wie im Film, müssen die Polizisten in Wörth hin und wieder Bürgern mitteilen, die auf der Suche nach ihrem Telefon sind. „Da gibt es rechtliche Einschränkungen“, erklärt Sturm. Diebstähle von Smartphones kommen im Zuständigkeitsgebiet der Wörther Polizei vor allem in Gaststätten und in Umkleidekabinen von Sporthallen und ähnlichen Sportstätten vor. Besondere Vorlieben haben die Diebe dabei nicht. Normale Handys sind jedoch kein beliebtes Diebesgut. Allgemein sollten, wenn möglich, alle Wertsachen sicher verstaut werden. Sturm, der seit Oktober 2014 fest bei der Polizei Wörth ist und sich neben dem Polizei-Studium mit Fortbildungen auf das Thema „Neue Medien“ spezialisiert hat, rät auch zur Vorsicht bei der Einwahl in unbekannte offene W-LAN-Netze. Diese attraktiv erscheinenden Hot-Spot-Angebote können von Betrügern dazu genutzt werden die Datenkommunikation abzufangen, weiß der 24-Jährige. Sogar Chat-Protokolle von beliebten Diensten wie WhatsApp können so komplett mitgelesen und entsprechend missbraucht werden. Mobilfunknetze in der Bahn oder städtische W-LAN-Netze können hingegen genutzt werden. INFO —Die Polizei Wörth und der Sachbereich „Zentrale Präventionsarbeit“ Ludwigshafen bieten auf Wunsch Infoveranstaltungen an, zum Beispiel für Schulen. —Das Bundesamt für Sicherheit gibt Tipps: https://www.bsi-fuer-buerger.de —Die Polizei Rheinland-Pfalz auf Facebook: https://de-de.facebook.com /PolizeiRheinlandPfalz