Wörth
Als 11-jähriger Bub bei der Feuerwehr eingestiegen
„Es hat immer Spaß gemacht, von der Jugend an“, blickt Simon zurück. Schon früh hat er sich für die Feuerwehr begeistert – „wie so viele Buben“. Heute gehört er der Altersabteilung an. Dass mit Gerolf Isemann, Helmut Karl, Manfred Fried und Edgar Pfirrmann weitere Geehrte seit der Gründung der Wörther Jugendfeuerwehr mit dabei sind, spricht für die Kameradschaft.
Simon, 1954 in Germersheim zur Welt gekommen und in Wörth aufgewachsen, wechselte 1971 von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven. Er wurde Gruppen- und Zugführer und 1979 stellvertretender Wehrführer in Wörth. Schon damals begann sein Engagement auf Kreisebene in Sachen Kreisjugendfeuerwehr. 1983 wurde Simon Nachfolger von Alois Wöschler als Wehrleiter der Stadt Wörth. 18 Jahre lang hatte er dieses Amt inne; Wehrführer von Wörth war er in Personalunion.
Verantwortung übernommen
1991 folgte der nächste Schritt: stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur. 10 Jahre später wurde Simon Kreisfeuerwehrinspekteur. Außerdem war stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Kreisfeuerwehrinspekteure im Landkreistag von Rheinland-Pfalz und gehörte dem Arbeitskreis Feuerwehr und Katastrophenschutz im Innenministerium an. Ein Vollzeitjob, oder? „Das denken viele“, schmunzelt Simon – und ja, eigentlich wäre es einer. Doch Simon, bei der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank ausgebildet, arbeitete weiterhin bei der Sparkasse und das insgesamt 45 Jahre. Er weiß: nur weil sein Arbeitgeber ihm diese Freiheiten gab, war es ihm möglich bei der Feuerwehr seinen Dienst für die Allgemeinheit zu leisten. In Zukunft, vermutet Simon, werden so manche Führungsrollen nur noch möglich sein, wenn hier Vollzeitstellen geschaffen werden.
Eigentlich hätte 2015 noch nicht Schluss sein müssen, hatten seine Vorgänger und Kollegen doch das Austrittsalter von 60 auf 63 erhöht. Da Simon jedoch schon damals dagegen war, dass die Älteren am Amt kleben, blieb er seinen Prinzipien treu und übergab mit 60 Jahren seine Aufgaben in jüngere Hände. „Mir ist es nicht schwer gefallen 2015 als Kreisfeuerwehrinspekteur aufzuhören“, erklärt Simon. Immer wichtig war Simon auch während der Zeit als Kreisfeuerwehrinspekteur weiter aktiv im Einsatzdienst mitzuwirken und so rückte er auch mit seinen Kameraden aus Wörth aus, ordnete sich unter.
Besondere Einsätze
Denkt Simon an besondere Einsätze zurück, fällt ihm das Schiffsunglück von 1982 auf dem Rhein ein. Beim Einsatz starben damals 3 Feuerwehrleute aus Karlsruhe. Auch dass die Sporthalle in Schaidt – neu und noch nicht mal eingeweiht – abbrannte, ist im Gedächtnis geblieben: Der Schaden ging in die Millionen. Die von Brandstiftern ausgelöste Gasexplosion von Harthausen 2013 ist einer der letzten großen Einsätze. Simon sagte damals auch als Zeuge vor Gericht aus.
Besonders schwere Einsätze waren für ihn immer diese, bei denen Kinder betroffen waren. Immer wieder war Hochwasser ein Thema – und das nicht nur vor Ort am Rhein und den Nebenflüssen. Auch beim Elbe-Hochwasser war Simon im Einsatz. Dass er dieses Jahr auch an der Ahr war: selbstverständlich – Simons Fachwissen und Erfahrung sind eben weiterhin gefragt. So ist er auch noch ab und an in Sachen Führungskräfte-Ausbildung aktiv.
Seine Bereitschaft mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen nutzen auch seine Kameraden in Wörth gerne. „Die alte Garde der Wehrleiter ist nun weg“, verweist Simon darauf, dass auch Oswald Wagner (Verbandsgemeinde Hagenbach) und Edgar Jung (Verbandsgemeinde Kandel) an eine neue Generation übergeben haben. Der Feuerwehrfamilie gehören sie aber weiterhin an.
Wie wichtig die Kameradschaft ist, betonte auch der Wörther Wehrführer Alexander Mieger bei der Jahreshauptversammlung am Samstag. Als Stützpunktwehr habe Wörth die meisten Einsätze im Stadtgebiet. Er appellierte, auch während der erschwerten Bedingungen in der Pandemie aktiv zu bleiben und auch an Übungen teil zu nehmen. Bei der Wahl zur Kameradschaftlichen Vereinigung blieb alles wie gehabt, teilte Mieger mit.
INFO
Beförderungen zum Feuerwehrmann: Baturalp Arioglu, Christian Baumann, Tobias Radike.
Ehrungen für 55 Jahre: Reinhold Schwein, Gerolf Isemann, Helmut Karl, Manfred Fried, Edgar Pfirrmann, Berthold Simon.
40 Jahre: Roland Kraus, Uwe Wüst
35 Jahre: Michael Schloss, Olav Loch, Bernd Wüst
20 Jahre: Denis Stieber, Ralph Nagel
15 Jahre: Patrick Hartmann, Fabian Karl, Tobias Neff
10 Jahre: Michelle Pfirrmann, Vincent Virgulto