Rülzheim
Abschied von Henric Franck: Fast die Hälfte seines Lebens Leiter der „Roten Husaren“
Henric Franck (65) übernahm den Musikzug „Rote Husaren“ im April 1995 von Michael Döll, der die Kapelle seit 1982 geleitet hatte und sie aus beruflichen Gründen abgeben musste. Franck hatte bereits mit acht Jahren begonnen, Klarinette zu spielen, und war beim Zug in die Ausbildung gegangen, die damals von seinem Vater Otto geleitet wurde. Später absolvierte er in Landau eine Ausbildung zum Chorleiter und führte in den Jahren darauf drei Männerchöre: in Kandel 25 Jahre lang, in Herxheim 15 Jahre und in Landau-Mörzheim drei Jahre.
Während seiner Grundausbildung bei der Bundeswehr erhielt Franck eine Sondergenehmigung, um die Chöre weiter leiten zu können. Denn deren Proben fanden unter der Woche statt. Bedingung war aber, dass er bei den öffentlichen Auftritten in Uniform dirigieren musste.
Anpassung an ein verändertes Publikum
Als Michael Döll die Leitung des Musikzugs aufgab, fragte der damalige Wehrführer Peter Kupper Franck, ob er sich vorstellen könnte, die Kapelle zu leiten. Nach etwas Bedenkzeit – „die war aber nicht lang“ – und der Zustimmung seiner Frau sagte er zu. Da mit dieser Entscheidung zu den bisher drei wöchentlichen Chorstunden noch eine vierte Probe dazu gekommen wäre, gab er zwei der drei Chöre auf, nur den Kandeler Chor leitete er noch einige Jahre weiter.
Unter Francks Leitung entwickelte sich der Musikzug „Rote Husaren“ allmählich von einer reinen Blas- zu einer Stimmungskapelle. Der Leiter erkannte nämlich, dass sich das Publikum verändert hatte, weshalb nach seinem Empfinden auch der musikalische Stil der „Husaren“ angepasst werden musste. Mittlerweile konzentrieren sich diese hauptsächlich auf Unterhaltungsmusik. „Wir haben auch ein paar Märsche im Repertoire“, sagt Franck. Die würden aber kaum noch nachgefragt.
Letzte richtige Feuerwehrkapelle im Verband
Wenn Veranstalter bei der Kapelle um einen Auftritt nachfragen, werde zunächst geklärt, ob diese auch mit der angebotenen Musik einverstanden sind, berichtet Franck. „Also, ob sie Stimmung pur wollen.“ Wenn nicht, werde der Auftritt abgelehnt. Mit ihrem Repertoire, das auch viele Evergreens enthält, seien die „Roten Husaren“ weiter als andere Kapellen, dies sei ein Alleinstellungsmerkmal in der Umgebung, so Franck.
In den Reihen der etwa 35 Musiker finden sich auch eine Sängerin und zwei Sänger, Hubert Kupper war der erste Musiker, der auch mit Gesang auftrat. Die „Roten Husaren“ sind heute die letzte richtige Feuerwehrkapelle im Feuerwehr-Regionalverband Vorderpfalz. Maximal 20 Auftritte hat das Ensemble jährlich, darunter drei Oktoberfeste. Zudem sind die Beiträge der „Roten Husaren“ seit vielen Jahren fester Bestandteil der Prunksitzungen der Rülzheimer Narren.
Die Entscheidung, die Leitung der Kapelle abzugeben, fiel mit Francks Eintritt in den Ruhestand zusammen. „Wenn ich beruflich in Rente gehe, könnte ich dies auch musikalisch machen“, entschied er – zumal mit Matthias Leingang gleich ein geeigneter Nachfolger aus den eigenen Reihen zur Verfügung stand. Er spielt schon seit vielen Jahren bei den „Husaren“. Obwohl Franck deren Leitung im Frühjahr abgeben hat, wird er erst am kommenden Samstag bei der Veranstaltung „Husaren ’N’ Beats“ offiziell verabschiedet.
Termin
„Husaren ‘N’ Beats“, Live-Musik der „Roten Husaren“ und Beats von DJ Franco Schinko, Samstag, 30. Mai, ab 18 Uhr, im Feuerwehrgerätehaus in Rülzheim.