Kreis Germersheim Abschaffung der Leiharbeit eines der wichtigsten Projekte

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„Sozial muss drin sein!“ ist der Slogan der Partei Die Linke für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 13. März. Diesem Slogan verpflichtet fühlt sich Paul Lehr, der im Wahlkreis 51, Germersheim , für seine Partei antritt. Eines der wichtigsten Projekte ist für ihn die Abschaffung der Leiharbeit in der bisherigen Form.

Der Mitarbeiter des Lkw-Werkes in Wörth kennt die Leiharbeiterproblematik und glaubt, dass die einstmals fast planbare Übernahme von Leiharbeitern nach Ablauf der maximalen Leihfrist der Vergangenheit angehört. „Leiharbeiter werden nur noch durch neue Leiharbeiter ersetzt“, mutmaßt Lehr, der auch als Vertrauensmann in der IG Metall aktiv ist. Die Lösung, die die Linke anbietet: Leiharbeiter erhalten gesetzlich 115 Prozent des üblichen Lohnes. Damit sei gewährleistet, dass sie tatsächlich nur noch bei Produktionsspitzen eingesetzt werden, was ja auch der ursprüngliche Sinn der Leiharbeit gewesen sei. „Mir geht es um vollwertige, sichere Arbeitsplätze in unserer Region“, sagt Lehr. Er fürchte einen schleichenden Wandel hin zu immer mehr befristeten und prekären Arbeitsverhältnissen in vielen Bereichen. Dementsprechend werde er auch seinen Wahlkampf organisieren. Mit Arbeitnehmern sprechen stehe an erster Stelle. „Wir haben nicht den Apparat wie die großen Parteien und können auch nicht so viel machen“, sagt der Linke-Kandidat. Er werde aber so oft es geht präsent sein, „auch wenn wir nicht in jedem Dorf Infostände machen können“. Unterstützung im Wahlkampf holt sich Lehr aus Speyer, wo er auch selbst wohnt. Der Kreisverband Speyer-Germersheim der Linken bestehe bis auf die Ausnahme Kandel eben nur aus Speyer, erklärt dazu Sebastian Frech von der Parteizentrale in Mainz. Dass seine Partei den Wahlkreis nicht gewinnen werde, sei klar. Aber es gehe darum Präsenz zu zeigen und „mit einem soliden sozialen Wahlprogramm“ die Basis für den ein oder anderen neuen Ortsverband in der Südpfalz zu legen. Wer dabei die Ansprechpartner sind, lässt sich auch leicht aus Lehrs weiteren Schwerpunkten ableiten, die er nennt. Der Öffentliche Personennahverkehr müsse verbessert werden, sagt der Berufspendler. Es sei nahezu unmöglich, mit S-Bahn und Stadtbahn zu Arbeitnehmerzeiten von Speyer zum Werk nach Wörth zu kommen. Vor allem der Anschluss S-Bahn-Stadtbahn in Germersheim sei ein großer Schwachpunkt. Lob hat der Linke-Kandidat für die Schulpolitik im Kreis parat. Vier Integrierte Gesamtschulen seien bereits ein gutes Stück auf dem Weg zur Gesamtschule für alle, wie sie die Linke fordert. Für den Anfang zumindest bis zur 10. Klasse. Lehr sieht das als Einstieg in gute, kostenlose Bildung für alle, die die Basis zukünftigen Wohlstandes sei. Lehr und Frech lächeln, wenn sie gefragt werden, wer all die Wohltaten aus dem Wahlprogramm der Linken bezahlen soll. „Diese Frage kommt oft“, sagt Frech. Und sie werde bewusst nicht detailliert beantwortet. Dass die Linke höhere Spitzensteuersätze, wie es sie zu Zeiten Helmut Kohls bereits gab, möchte, sei kein Geheimnis. Es gehe der Partei darum, soziale Standards zu sichern und neu zu definieren. Das betreffe sowohl die Bundes- als auch die Landesebene. „Wir werben mit einem neuen Gesellschaftsbild“, sagen beide unisono – nicht mit Versprechen an einzelne Interessengruppen. Info —Paul Lehr, 56 Jahre alt, wohnt in Speyer, Mechatroniker im Lkw-Werk Wörth, verheiratet, drei erwachsene Kinder, seit 1990 politisch aktiv, erst bei den Grünen, dann bei Die Linke. Vertrauensmann IG Metall. Wahlziel: mehr Akzeptanz für Die Linke, landesweit 6 Prozent plus X. —Internet: www.die-linke-rlp.de (tom)

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