Kreis Germersheim Abi-Ball-Chaos: Polizei ermittelt zwei Verdächtige

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Kandel. Geht es nach der Polizei in Wörth, dann wird der wohl längste Abiturball der Region bald in seine nächste Runde gehen. Denn für den Missbrauch eines Feuerlöschers und den hieraus entstandenen Sachschaden im Verlauf des diesjährigen IGS-Abi-Balls in der Bienwaldhalle hat sie zwei dringend Tatverdächtige ermittelt. Nach der Übergabe der Unterlagen an die Staatsanwaltschaft in Landau entscheidet diese, ob Anklage erhoben werden wird.

Jens Wolter – als einer der Organisatoren des Abiballs mit in der Haftung – reagierte auf dies Nachricht sehr erleichtert: „Das finden wir ganz toll und ist eine Riesenerleichterung für uns!“ Besonders gefreut habe ihn und seine vier Co-Organisatoren, dass die Polizei die Sache so ernst genommen habe, auch wenn es für diese vielleicht nur eine überschaubare Sachbeschädigung gewesen sei. Laut Jens Forstner, Büroleiter der Verbandsgemeinde-Verwaltung, betrug der Schaden 7862 Euro. Franco Lovisa, bei der Polizei Wörth zuständig für Jugendkriminalität, bestätigt, dass es zwar einerseits „ein umfangreiches Verfahren“gab, da viele Zeugen befragt und entsprechende Vernehmungen durchgeführt werden mussten. Andererseits betont er aber gerade auch die gleich zu Anfang wichtigen Hinweise der Organisatoren, aufgrund derer es dann rasch so richtig habe losgehen können. Über die bisherigen Ermittlungen hinaus verspricht sich die Polizei auch von den an den Tatwerkzeugen sichergestellten DNA-Spuren weitere Beweise, wobei die Ergebnisse hierzu allerdings noch ausstünden. Ansonsten kamen auch solche gerade im Bereich der Jugendkriminalität inzwischen zur Routine gewordene Ermittlungsverfahren wie das Überprüfen von Smartphones und entsprechend genutzter sozialer Dienste wie „WhatsApp“ hinzu: „Das wird von den Jugendlichen fleißig genutzt und ist daher auch für unsere Arbeit sehr nützlich und auswertbar“, schmunzelt er. Auch in anderer Hinsicht machten sich in der Jugendkriminalität die technologischen Veränderungen bemerkbar. Während Gewaltdelikte eher rückläufig seien, stiegen die Fälle von Internetkriminalität wie Cybermobbing zuletzt an. Im Falle des IGS-Abiturballs in der Bienwaldhalle Ende März seien die Tatverdächtigen zwei Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren, die früher selbst die IGS besucht hatten und einigen anwesenden Abiturienten bekannt waren. Nach jetzigem Stand der Ermittlungen könne man laut Lovisa den Täterkreis auf diese beiden Verdächtigen eingrenzen. Geständnisse lägen noch nicht vor, da die beiden Ex-Schüler zu große Angst vor dem von ihnen angerichteten finanziellen Schäden hätten: „Davor wird halt geblockt“. Würden die Beschuldigten übrigens überzeugend Einsicht und Reue zeigen, dann könnten laut Lovisa mögliche Strafen im Rahmen von Sozialstunden oder gemeinnütziger Arbeit abgeleistet werden. Sollte es aber zu keiner Verurteilung kommen, dann bliebe es dabei, dass die Haftpflichtversicherung der Gemeinde hiervon 5950 Euro abgedeckt hätte. Für die dann noch ausstehenden knapp 2000 Euro müssten die Gemeinde und die Organisatoren um Jens Wolter dann noch eine verträgliche Lösung finden. Wolter: „Die Stadt Kandel würde uns wohl entgegenkommen, obwohl das im Falle einer Nichtverurteilung noch ausgehandelt werden muss. Wichtig für uns ist aber, dass der Restbetrag für machbar und nicht utopisch sein wird“. Abseits der finanziellen Seite gingen er und seine Mitabiturienten inzwischen „recht sachlich mit der Sache“ um, sagt Wolter. Sehr schade aber ist, dass dieses Ereignis noch immer die Erinnerung an einen eigentlich sehr schönen Abend überlagert“. (madr)

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