Kreis Germersheim 950 Menschen müssen ihre Häuser verlassen

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Die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) teilt mit, dass der Streckenabschnitt zwischen Wörth-Bahnhof und Germersheim ab etwa 10.30 Uhr bis voraussichtlich 11.45 Uhr gesperrt werden müsse. Dadurch entfallen Züge der Linien S51 (ab Germersheim, 10.50 Uhr und 11.50 Uhr) und S52 (ab Wörth, 10.35 Uhr). Die Linie S5 ist nicht betroffen. Für den Verkehr gesperrt wird die L540 Wörth/Jockgrim zwischen der Zufahrt zur B9 und der Abzweigung Ottstraße. Vor Entschärfung, die um 11 Uhr beginnen soll, müssen um 9 Uhr alle Anwohner im Umkreis von 500 Metern zur Fundstelle ihr Haus oder ihre Wohnung verlassen. „Es sind rund 950 Personen betroffen, davon etwa zehn, die abtransportiert werden müssen“, sagt Stefan Kuhn, Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wörth. Den Abtransport der hilfsbedürftigen Personen möchte die Feuerwehr laut Kuhn selbst stemmen. Die betroffenen Anwohner wurde bereits am Montag per Handzettel informiert: im Gewerbegebiet Niederwiesen, im „Abtswald Teil A“, in der kompletten Zügelstraße samt Abzweigungen, der Luitpoldstraße bis zur Abzweigung Forlacher Straße, sowie der Heinrich-Schütz-Straße samt Abzweigungen. Zudem gab es gestern Abend „Lautsprecherdurchsagen in deutscher, türkischer und russischer Sprache“, so Kuhn. Die Durchsagen werden heute Morgen wiederholt. „Die Leute, mit denen wir gesprochen haben, waren alle sehr ruhig und gefasst“, sagt Kuhn. Ohnehin werden die meisten während der Zeit der Evakuierung bei der Arbeit, in der Schule oder im Kindergarten sein, so die Erwartung. Diejenigen, die zu Hause sind, versorgt der Malteser Hilfsdienst in der Bienwaldhalle mit kalten Getränken, Kaffee, Tee und Snacks. „Ich hoffe natürlich, dass das Ganze gutgeht. Das ist immer eine kitzlige Situation“, sagte Bürgermeister Harald Seiter (CDU) gestern während der Pressekonferenz zur Bombenentschärfung im künftigen Baugebiet „Abtswald Teil C“. Gefunden wurde die US-amerikanische 250-Kilogramm-Splitterbombe, die an beiden Seiten mit Zündern bestückt ist, am Montagmorgen - und das nicht ganz unerwartet. Man habe gewusst, dass auf der Fläche des künftigen Baugebiets während des Zweiten Weltkriegs eine Flak-Stellung war. „Das war Anlass dazu, ein Fachunternehmen zu beauftragen, welches das Gebiet systematisch untersucht“, so Seiter. Nachdem bislang nur kleinere Kriegsüberreste wie etwa Granaten gefunden wurden, die allesamt vor Ort gesprengt und entsorgt werden konnten, habe man laut Seiter gehofft, dass man verschont bleibe. Die Hoffnung währte bis zum Montagmorgen. Um einen reibungslosen Ablauf der Aktion zu gewährleisten, sind insgesamt 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Roten Kreuzes, des MHD sowie der Polizei vor Ort. Wie lange die Entschärfung dauern wird, kann im Vorfeld nicht abgeschätzt werden. Allerdings rechnet man damit, dass schon am frühen Nachmittag Entwarnung gegeben werden kann.

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