Kreis Germersheim 35 Spielplätze wöchentlich kontrollieren

Auf dem Spielplatz im Wörther Bürgerpark toben gerade einige Kinder und nutzen dabei die verschiedensten Spielgeräte. Zuerst wird die Schaukel kräftig in Bewegung gebracht, dann geht es direkt weiter auf die Rutsche, von dort wird zielsicher die Seilbahn angepeilt. Mittendrin in diesem Trubel steht Daniel Götz vom Bauhof Wörth.
„Warum arbeitest du hier?“, fragt eines der Kinder. „Damit ihr hier sicher spielen könnt“, antwortet Götz freundlich, um sogleich mit seiner Arbeit weiterzumachen. Er ist gerade auf seiner wöchentlichen Runde über die Spielplätze der Stadt, um die obligatorische Sichtkontrolle durchzuführen. Am Spielturm, der mit vier Holzbalken im Boden verankert ist, wandert sein Blick prüfend auf und ab, dann kehrt er mit dem Fuß den Sand ein wenig zur Seite, der sich am unteren Ende der Stützen angehäuft hat. „Hier ist alles in Ordnung, keine ernsthaften Schäden“, sagt er und nimmt sein Klemmbrett zur Hand, um auf der Liste hinter das geprüfte Spielgerät einen Haken zu setzen. In der Bemerkzeile zum Spielturm hat er bereits zuvor eingetragen, dass eine Latte des Daches morsch ist. Dort könne zwar eigentlich nichts passieren – „trotzdem schreibe ich es auf“. Auch an der nächsten Station gibt es etwas zu notieren. Hier leidet der dicke Querbalken, an dem die beiden Schaukeln befestigt sind, deutlich sichtbar an einem Pilzbefall. Erneut ist es nichts Dramatisches, vorbeugend vermerke er es dennoch. „Falls doch mal was passiert, möchte ich auf keinen Fall dafür haften“, erklärt Götz, warum er all diese Kleinigkeiten derart gewissenhaft protokolliert. Zu einem ernsthaften Unfall kam es auf den Spielplätzen im Stadtgebiet noch nie, seit er für die Kontrollen zuständig ist. Das soll auch so bleiben, deshalb nimmt er sich auch die nötige Zeit, um sämtliche Geräte genau zu überprüfen. „Gerade an den Holzgeräten schreibe ich eigentlich immer etwas auf“, so Götz. Dass dort Verschleißerscheinungen an der Tagesordnung sind, leuchtet ein, denn sie sind nun einmal verwitterungsanfällig. Weil aber nicht nur die Klettergerüste, Schaukeln oder Wippen im Schadensfall eine Gefährdung darstellen können, muss „auch auf die Bäume um den Spielplatz herum und auf den Untergrund geachtet werden“, erklärt Götz. Tote Äste, die herabzufallen drohen sind ebenso sofort zu entfernen, wie Gefahrenherde am Boden. Hierzu zählen in erster Linie Glasscherben oder andere spitze Gegenstände, die zu Verletzungen führen könnten. Insgesamt ist Götz mit dem Zustand der Spielplätze durchaus zufrieden. Grobe Mängel seien nur selten vorhanden, berichtet er: „Wenn wir dennoch etwas feststellen, das nicht akzeptabel ist, dann sperren wir umgehend ab“. Als Hauptgrund für den Großteil der fälligen Reparaturen nennt er die Wettereinflüsse. Sachbeschädigung liege laut Götz nur ganz selten vor, auch wenn man dies vielleicht eher vermuten würde. Nach einer guten halben Stunde hat er dann seine Liste für den Spielplatz im Bürgerpark abgearbeitet und ist bereit für die Prüfung des nächsten Standorts. Alleine in Wörth warten jede Woche 21 Spielplätze, inklusive Schulen und Kindergärten, auf ihre Kontrolle. Eine Aufgabe, die einen ganzen Tag in Anspruch nimmt. Wenn sich große Schäden auch in Grenzen halten, so kommt es ganz einfach wegen des Alters eines Gerätes immer wieder zu einem kompletten Austausch. Ähnlich wie bei einem Auto kommt früher oder später der Punkt, an dem eine Neubeschaffung rentabler ist als eine Reparatur. Wobei hier der Vergleich mit einem PKW nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, denn für eine Spielkombination könne laut Achim Heck, zuständiger Sachbearbeiter der Stadt Wörth, schon 10.000 Euro fällig werden. Dafür ist allemal ein gebrauchter Kleinwagen drin. Die jährlichen Kosten für die Unterhaltung der rund 35 Spielplätze in den einzelnen Ortsteilen sowie die Beschaffung neuer Geräte belaufen sich laut Heck auf durchschnittlich 100.000 Euro. Geld, das sicherlich sinnvoll investiert wird, um auch weiterhin den Kindern ein sicheres Spielvergnügen zu gewährleisten.